Volkswagen räumt auf. Der Autokonzern beendet offenbar seine Milliarden-Allianz mit Bosch im Bereich des autonomen Fahrens. Parallel dazu spült ein Teilverkauf frisches Kapital in die Kasse. Das Management zieht die Reißleine, um technologische Rückstände aufzuholen.

Bosch-Aus und neue Partner

Die 2022 gestartete Zusammenarbeit beim automatisierten Fahren steht vor dem Aus. Interne Prüfungen lieferten ein klares Ergebnis. Die gemeinsam entwickelte Technologie für hochautomatisiertes Fahren hinkt der Konkurrenz hinterher. Bisher flossen rund 1,5 Milliarden Euro in das Projekt. Die Softwaretochter Cariad und Bosch kommentieren die Gerüchte nicht direkt. Beide betonen lediglich ihr Ziel, automatisierte Systeme massentauglich zu machen.

Die Konsequenz: Volkswagen sucht Ersatz. Bis September 2026 will der Konzern einen neuen Vertrag mit einem externen Technologiepartner abschließen. Dieser soll Hard- und Software für das sogenannte Level-2++-Fahren liefern. Damit verabschiedet sich VW von der teuren internen Grundlagenentwicklung.

Milliarden-Deal mit Bain Capital

Der Strategiewechsel beschränkt sich nicht auf die Software. Volkswagen veräußert die Mehrheit an der Motorentochter Everllence an den Investor Bain Capital. Der Konzern behält mittelfristig 49 Prozent der Anteile. Diese exklusive Vereinbarung bringt rund 7,4 Milliarden Euro ein. Das Geld stärkt die Finanzposition und strafft das Portfolio.

Aktie am Boden

An der Börse spiegeln sich diese harten Einschnitte in tiefroten Zahlen wider. Die Volkswagen-Vorzugsaktie notiert aktuell bei 70,32 Euro. Damit bewegt sich das Papier nah am heutigen 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 34 Prozent.

Ein technischer Indikator sendet derweil ein extremes Signal. Der RSI-Wert von 19,1 zeigt einen massiv überverkauften Zustand an. Die nächsten harten Fakten liefert das Management spätestens bei der Vertragsunterschrift mit dem neuen Software-Partner.