Volkswagen kappt eine milliardenschwere Partnerschaft für selbstfahrende Autos – mitten in einer Woche voller Belastungsproben für den Konzern. Zum 1. Juli 2026 beendet Wolfsburg die gemeinsame Entwicklung automatisierter Fahrsysteme mit Bosch. Die Aktie notiert aktuell bei 75,92 Euro, ein Plus von 0,40 Prozent.

Vier Jahre Allianz, wenig Ertrag

Die Partnerschaft mit dem Stuttgarter Zulieferer bestand viereinhalb Jahre. Sie sollte Volkswagen im Rennen um selbstfahrende Autos nach vorne bringen. Berichte über zu langsame Fortschritte gingen dem Aus voraus.

Besonders schwer wiegt der finanzielle Aufwand. Volkswagens Software-Tochter Cariad und Bosch hatten gemeinsam rund 1,5 Milliarden Euro investiert. Der Bruch macht den Druck auf Cariad sichtbar.

Volkswagen reagiert mit einer neuen Strategie für die Softwaresparte. Statt weiterer gemeinsamer Entwicklung setzt der Konzern künftig auf externe Zukäufe. Das kann die Entwicklung beschleunigen, birgt aber ein Risiko: den Verlust der Kontrolle über Schlüsseltechnologien.

Diesel-Aus in Großbritannien

Parallel zum Software-Umbau streicht Volkswagen auch im Verbrenner-Geschäft. Seit dem 5. Juli 2026 verkauft der Konzern in Großbritannien keinen Golf mit Dieselantrieb mehr. Die Nachfrage nach Selbstzündern war auf dem britischen Markt zuletzt massiv eingebrochen.

Aufsichtsrat entscheidet über Sparprogramm

Am 9. Juli 2026 tagt der Aufsichtsrat über das umstrittene Sparprogramm des Konzerns. Berichten zufolge erwägt Volkswagen die Schließung von vier Werken. Bis zu 100.000 Stellen stehen zur Debatte, wie zuerst das Manager Magazin berichtete.

Widerstand kommt von Gewerkschaftsseite. Gesamtbetriebsrat und IG Metall kündigten an, sich den Plänen entgegenzustellen. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten beide, man werde die Streichungen mit aller Kraft verhindern.

Kurs bleibt unter Druck

Die Aktie bewegt sich weiterhin deutlich unter ihren mittelfristigen Durchschnittslinien. Am Montag schloss das Papier bei 75,62 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 7,93 Prozent zu Buche, auf Monatssicht ein Minus von 14,02 Prozent.

Die kurzfristige Erholung ändert wenig am Gesamtbild der vergangenen Monate.

Seit Jahresbeginn verliert die Aktie 28,44 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro erreichte sie ausgerechnet am 1. Juli – exakt an dem Tag, an dem die Bosch-Allianz endete.

Der aktuelle Kurs liegt nur noch 9,71 Prozent über dieser Marke.

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 94,06 Euro beträgt rund 19,28 Prozent. Der RSI von 38,6 zeigt eine angespannte, aber noch nicht überkaufte Marktlage.

Zwei Termine dürften die Aktie in den kommenden Wochen bewegen. Am 9. Juli entscheidet der Aufsichtsrat über das Sparprogramm. Am 24. Juli folgen die Quartalszahlen für das zweite Quartal.