Oliver Blumes umstrittene Doppelrolle steht vor dem Aus. Nach drei Jahren an der Spitze beider Konzerne haben die Porsche- und Piëch-Familien die Suche nach einem neuen Porsche-CEO eingeleitet – ein Schritt, der Corporate-Governance-Kritiker aufatmen lässt. Doch während Investoren auf mehr Fokus und Klarheit hoffen, kämpft der Wolfsburger Konzern gleichzeitig mit dramatischen Zollbelastungen und einem beispiellosen Gewinneinbruch bei den Luxusmarken. Kann eine Führungsreform helfen, oder ist der Schaden bereits zu groß?
Investoren feiern: Strukturreform in greifbarer Nähe
Die Nachricht sorgte für Bewegung am Markt. Porsche-Aktien reagierten prompt mit einem Plus von 1,1 Prozent auf die Meldung, dass bereits ein interner und ein externer Kandidat in der engeren Auswahl stehen sollen. Nach Reuters-Informationen sind die Gespräche mit potenziellen Nachfolgern bereits weit fortgeschritten.
„Ein solcher Schritt würde Corporate-Governance-Bedenken ausräumen“, kommentiert Metzler-Analyst Pal Skirta die Entwicklung. Seit dem Porsche-Börsengang 2022 standen Aktionäre dem Doppelmandat kritisch gegenüber und forderten wiederholt eine Fokussierung auf eine Position.
Mögliche Nachfolger im Überblick:
– Michael Steiner, Porsche-Entwicklungsvorstand (intern)
– Stefan Weckbach, VW-Konzernstrategie (intern)
– Externe Kandidaten in Prüfung
Zollschock trifft Luxusmarken brutal
Während die Führungsfrage für Aufbruchstimmung sorgt, zeigt sich das operative Geschäft von seiner düsteren Seite. US-Zölle von 25 Prozent auf Importe haben dem Konzern einen 1,3-Milliarden-Euro-Schaden zugefügt – mit verheerenden Folgen für die Luxusmarken ohne US-Produktion.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Porsches Betriebsergebnis brach im zweiten Quartal um über 90 Prozent auf mickrige 154 Millionen Euro ein. Audi verzeichnete einen Rückgang von 64 Prozent auf 550 Millionen Euro. Entsprechend musste Volkswagen die Jahresprognose kappen: Die operative Marge wird nun nur noch bei 4-5 Prozent erwartet statt der ursprünglich anvisierten 5,5-6,5 Prozent.
Lichtblick Elektromobilität inmitten der Krise
Doch es gibt auch positive Signale. In der Elektromobilität hat sich Volkswagen eine starke Position erarbeitet: 28 Prozent Marktanteil in Europa und ein Auftragseingang, der im ersten Halbjahr um 62 Prozent zulegte. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt“, betont CEO Blume – ein Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten.
Trotzdem bleibt die Realität hart: Bis 2030 sollen über 35.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Wir müssen unsere Kostenbemühungen in den Hochgang schalten“, warnt Blume mit Blick auf die ungewisse Zollsituation.
Die Trennung der Führungsrollen könnte dem angeschlagenen Konzern helfen, sich auf die drängendsten Herausforderungen zu konzentrieren. Ob das allein reicht, um die strukturellen Probleme zu lösen, werden die kommenden Quartalszahlen zeigen.
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