Der Volkswagen-Konzern treibt die Neuordnung seiner Fertigungsstrukturen und der Modellpalette unter anhaltend schwierigen Marktbedingungen voran. Nach neuen Vereinbarungen im Zellgeschäft strukturiert das Unternehmen seine Batteriezulieferung um und bereitet parallel den Wechsel wichtiger Modellreihen vor. An den Finanzmärkten bleibt die Lage angespannt: Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 67,60 Euro.
Allianzen bei Batteriezellen und Modellanläufe
Am 28. September vereinbarten die Volkswagen Group, PowerCo SE und Gotion High-tech die Gründung von drei gemeinsamen Unternehmen. Die Kooperationen zielen auf die Produktion von LFP-Batteriezellen und Kathodenmaterial an den Standorten Valencia, Šurany sowie Kenitra ab. Ergänzend dazu einigten sich die Partner auf gemeinsame Beschaffungs- und Vertriebsaktivitäten in Europa.
Flankiert wird dieser Schritt durch finanzielle Umschichtungen: Volkswagen schloss eine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf von 5,3 Prozent seiner Anteile an Gotion ab. Der Konzern behält nach dem Vollzug der Transaktion weiterhin eine relevante Beteiligung.
Zugleich stellt Wolfsburg die Modellreihen für die kommenden Jahre auf. Das Unternehmen kündigte den für Oktober vorgesehenen Start des ID. Tiguan an. Der eigentliche Marktstart des Fahrzeugs ist für Anfang 2027 geplant.
Revisionsgespräche und tarifliche Weichenstellungen
Die strategischen Initiativen treffen im Heimatmarkt auf Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen verschiedene Tarifverträge fristgerecht zum 31. Dezember 2026. Der Zukunftstarifvertrag mit Beschäftigungssicherung blieb von diesem Schritt ausdrücklich ausgenommen.
Erste Revisionsgespräche haben bereits begonnen, während weitere Verhandlungstermine mit der IG Metall für die zweite Oktoberhälfte angesetzt sind. Im Rahmen der Initiative „For Europe“ bekräftigte der Vorstand das Bekenntnis zu europäischen Wertschöpfungsketten, zukunftsfähigen Arbeitsplätzen sowie fortlaufenden Investitionen in Elektromobilität, Software und Batterietechnik.
Margendruck belastet vor Neunmonatszahlen
Die Markteinschätzungen spiegeln die operativen Hürden wider. Am 21. September senkte Michael Punzet von der DZ Bank den fairen Wert von 75 auf 73 Euro bei einer unveränderten Einstufung auf „Halten“. Der Analyst verwies auf die reduzierte Margenprognose für das Gesamtjahr sowie anspruchsvollere Zielmarken bis zum Ende des Jahrzehnts.
Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie auf 35 Prozent. Am Freitag markierte das Papier mit 67,22 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Ein detaillierter Einblick in die finanzielle Entwicklung folgt am 29. Oktober, wenn der Zwischenbericht für die ersten neun Monate veröffentlicht wird.
Stand heute, 4. Oktober: Volkswagen – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Volkswagen investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 4. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

