Volkswagen hat mit dem Jahresabschluss 2025 noch einmal Konstanz erwiesen, doch mit sinkenden Gewinnen. Wird 2026 alles besser? Folgende Aktienanalyse zeigt die weiteren Aussichten auf.
Volkswagen mit großem Plan für China
Nach Kriegsende übernahmen die britischen Besatzungsbehörden zunächst die Kontrolle über das Werk in Wolfsburg. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Volkswagen von einem Hersteller eines einzelnen Modells zu einem internationalen Automobilkonzern. Der Käfer wurde zum Exportschlager und legte die Grundlage für das starke Wachstum des Unternehmens. Mit Modellen wie dem Golf, Passat oder Polo gelang es Volkswagen später, weitere Fahrzeugklassen erfolgreich zu besetzen und sich dauerhaft als einer der führenden europäischen Autobauer zu etablieren.
Ein entscheidender Wachstumsschritt erfolgte durch zahlreiche Übernahmen und Beteiligungen. Im Laufe der Jahre integrierte Volkswagen Marken wie Audi, Škoda Auto, SEAT, Porsche AG, Bentley Motors, Lamborghini und weitere Marken in den Konzern. Dadurch entstand ein breit aufgestelltes Unternehmen, das nahezu alle Fahrzeugsegmente vom Kleinwagen bis zum Luxus- und Sportwagenmarkt abdeckt.
In den 2000er Jahren entwickelte sich Volkswagen zu einem der größten Automobilkonzerne weltweit. Besonders das starke Wachstum in China trug erheblich zum Unternehmenserfolg bei. Der chinesische Markt wurde über viele Jahre zu einer der wichtigsten Gewinnquellen des Konzerns. Gleichzeitig investierte Volkswagen massiv in neue Produktionsstandorte, Forschung und Entwicklung sowie internationale Expansion.
Einen tiefen Einschnitt erlebte das Unternehmen im Jahr 2015 mit dem sogenannten Dieselskandal. Dabei wurde bekannt, dass bei Millionen Dieselfahrzeugen Software eingesetzt worden war, um Abgastests zu beeinflussen. Die Folgen waren milliardenschwere Strafzahlungen, Rechtsstreitigkeiten und ein erheblicher Imageschaden. Dennoch gelang es Volkswagen, die Krise finanziell zu bewältigen und die strategische Neuausrichtung des Konzerns voranzutreiben.
In den Jahren nach dem Dieselskandal rückte die Elektromobilität zunehmend in den Mittelpunkt. Volkswagen investierte Milliardenbeträge in die Entwicklung eigener Elektroplattformen, Batterietechnologien und Softwarelösungen. Mit der ID.-Familie entstand eine neue Generation von Elektrofahrzeugen, die den Übergang vom klassischen Verbrennungsmotor zur Elektromobilität beschleunigen sollte. Ziel des Konzerns ist es, langfristig zu den weltweit führenden Anbietern elektrischer Fahrzeuge zu gehören.
Neben der Elektromobilität spielen auch Digitalisierung, Software und autonomes Fahren eine immer größere Rolle. Volkswagen investiert in eigene Softwareplattformen, vernetzte Fahrzeuge und digitale Dienstleistungen. Gleichzeitig arbeitet der Konzern an neuen Mobilitätskonzepten und versucht, zusätzliche Erlösquellen jenseits des klassischen Fahrzeugverkaufs zu erschließen.
Eine besondere Herausforderung der vergangenen Jahre war der zunehmende Wettbewerb aus China. Hersteller wie BYD, NIO oder XPeng haben den Markt für Elektrofahrzeuge stark verändert und erhöhen den Druck auf etablierte Hersteller. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz durch Tesla, das den Wandel zur Elektromobilität maßgeblich beschleunigt hat.
Die Aktie von Volkswagen galt lange als klassischer Industriewert mit starker Abhängigkeit von der weltweiten Konjunktur. Neben den Auswirkungen des Dieselskandals beeinflussten in den vergangenen Jahren insbesondere die Transformation zur Elektromobilität sowie die Entwicklung des China-Geschäfts die Kursentwicklung. Anleger beobachten dabei vor allem, ob es dem Konzern gelingt, seine starke Marktstellung erfolgreich in das Zeitalter der Elektromobilität zu übertragen.
Für die Zukunft wird entscheidend sein, wie schnell Volkswagen seine Elektrostrategie umsetzen, die Softwarekompetenz ausbauen und sich gegen die wachsende Konkurrenz behaupten kann. Die globale Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, die Digitalisierung des Automobils und neue Mobilitätskonzepte bieten große Chancen, erfordern jedoch gleichzeitig hohe Investitionen. Mit seiner starken Markenwelt, seiner globalen Präsenz und seiner enormen industriellen Erfahrung besitzt Volkswagen weiterhin gute Voraussetzungen, um eine wichtige Rolle in der zukünftigen Automobilindustrie zu spielen. Dafür wird viel investiert, aber viel Dividende für Aktionäre geboten – wie passt das zusammen?
Das Video zur Volkswagen Aktienanalyse
Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.
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