Vonovia Aktie: 1,6 Milliarden Euro Refinanzierung fällig

Vonovia verzeichnet operatives Wachstum durch höhere Mieten, leidet aber unter gestiegenen Finanzierungskosten und sinkendem Gewinn.

Vonovia Aktie
Kurz & knapp:
  • Mietsteigerung um 3,8 Prozent
  • Bereinigter Gewinn sinkt um 7,2 Prozent
  • Schuldenabbau als zentrales Ziel
  • Aktie notiert unter 200-Tage-Linie

Hohe Auslastung, steigende Mieten, bessere Serviceerlöse: Operativ liefert Vonovia im ersten Quartal ein stabiles Bild. Der Haken sitzt eine Etage tiefer. Höhere Finanzierungskosten drücken den bereinigten Gewinn für Aktionäre, während die Aktie im Abwärtstrend steckt.

Am Montag schloss die Aktie bei 22,45 Euro, ein Plus von 0,72 Prozent. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Minus von 6,92 Prozent zu Buche.

Mieten tragen das Kerngeschäft

Vonovia profitiert weiter vom knappen Wohnraum in deutschen Städten. Die durchschnittliche Monatsmiete stieg im Jahresvergleich um 3,8 Prozent auf 8,46 Euro je Quadratmeter. Das organische Mietwachstum lag bei 4,0 Prozent.

Das Segment Rental legte beim bereinigten EBITDA um 6,3 Prozent zu. Das gelang trotz eines um rund 4.000 Wohnungen kleineren Portfolios. Die Vermietungsquote blieb mit 97,7 Prozent hoch.

Der robuste Mietmotor ist wichtig, weil er die Planbarkeit des Geschäfts stützt. Leerstand ist kaum ein Thema. Auch die Collection Rate von 99,6 Prozent zeigt, dass die laufenden Zahlungen stabil bleiben.

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Noch stärker wuchs das Geschäft mit Zusatzleistungen. Im Segment Value-add sprang das bereinigte EBITDA um mehr als 30 Prozent auf 50,1 Millionen Euro. Vor allem Handwerkerdienste und Energievertrieb trugen dazu bei.

Zinsen fressen Gewinn auf

Auf Konzernebene fiel der Fortschritt kleiner aus. Das bereinigte EBITDA stieg um 1,4 Prozent auf 711,6 Millionen Euro. Der auf Aktionäre entfallende bereinigte Gewinn sank dagegen um 7,2 Prozent.

Der Grund liegt vor allem in der Finanzierung. Das bereinigte Netto-Finanzergebnis verschlechterte sich um 12 Prozent auf minus 205,6 Millionen Euro. Damit rückt weniger das Wohnen in den Mittelpunkt, sondern die Bilanz.

Finanzchef Philip Grosse verwies in einer Telefonkonferenz auf ein schwierigeres Umfeld. Der Krieg im Nahen Osten habe die Volatilität erhöht. Die Refinanzierungskosten für zehnjährige Laufzeiten liegen derzeit knapp bei 4,5 Prozent.

In diesem Jahr muss Vonovia noch gut 1,6 Milliarden Euro refinanzieren. In den beiden Folgejahren stehen jeweils knapp 5 Milliarden Euro an. Das dürfte spannend werden.

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Schuldenabbau bleibt der Hebel

Bei der Verschuldung gab es kleine Fortschritte. Die Beleihungsquote sank auf 45,1 Prozent. Der Verschuldungsgrad ging von 13,8 auf 13,7 zurück.

Bis Ende 2028 peilt Vonovia einen Verschuldungsgrad unter 12 an. Die Beleihungsquote soll rund 40 Prozent erreichen. Helfen sollen Verkäufe von Immobilien und Beteiligungen sowie mehr Privatisierungen.

Damit steht nicht die Nachfrage nach Wohnungen im Zentrum. Der Knackpunkt bleibt, wie schnell Vonovia die Bilanz entlastet und teure Refinanzierungen begrenzt.

Für das Gesamtjahr erwartet Vonovia ein bereinigtes EBITDA knapp um die Marke von 3 Milliarden Euro. Beim bereinigten EBT liegt die Spanne bei 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro. Die DZ Bank sieht den fairen Wert bei 33 Euro und bleibt bei ihrer positiven Einschätzung.

Die Aktie bleibt technisch angeschlagen. Auf Jahressicht liegt sie 23,25 Prozent im Minus und notiert klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 25,39 Euro. Operativ spricht vieles für Stabilität, der Bewertungshebel bleibt aber der Zins- und Schuldenpfad.

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Über Dieter Jaworski 3928 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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