Vonovia Aktie: 19,95 Milliarden Euro bis 2029 fällig

Hohe Schulden in Milliardenhöhe fordern Vonovia. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief, während das operative Geschäft stabil bleibt.

Vonovia Aktie
Kurz & knapp:
  • Refinanzierung von 20 Milliarden Euro nötig
  • Aktie fällt auf Jahrestief zurück
  • Neue Vorständin für Entwicklung zuständig
  • Mietwachstum und Leerstand bleiben stabil

Vonovia hat operativ wenig Anlass zur Panik. Das Vermietungsgeschäft läuft stabil, die Nachfrage bleibt hoch. Der Druck kommt von einer anderen Seite: Der Konzern muss in den nächsten Jahren hohe Schulden fälligkeitsgerecht refinanzieren.

Die Aktie spiegelt diese Sorge bereits wider. Sie notiert bei 21,60 Euro und liegt heute leicht mit 0,14 Prozent im Minus. Seit Jahresanfang steht ein Rückgang von 10,45 Prozent zu Buche.

Der Schuldenkalender wird zum Kernthema

Vonovia zählt zu den größten privaten Emittenten am europäischen Kapitalmarkt. Das ausstehende Anleihevolumen liegt bei rund 43,39 Milliarden Euro. In den kommenden fünf Jahren werden davon etwa 19,95 Milliarden Euro fällig.

Das ist kein akutes Liquiditätssignal. Es ist aber eine klare Aufgabe für das Management. Je höher die Finanzierungskosten bleiben, desto stärker rückt jede neue Anleihe in den Blick.

Der Konzern nutzt dafür sein EMTN-Programm. Der Rahmen reicht bis zu 40 Milliarden Euro und gibt Vonovia Spielraum für neue Emissionen. Neben Euro-Bonds setzte das Unternehmen zuletzt auch auf andere Währungen.

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Dazu zählen Anleihen in britischen Pfund und Schweizer Franken. Der Zweck liegt nahe: Vonovia sucht günstigere Finanzierungskanäle und will Zinsvorteile nutzen. Das Rating von S&P liegt stabil bei „BBB+“.

Neuer Vorstand, neuer Schwerpunkt

Zum Monatswechsel ändert sich die Führung im Vorstand. Katja Wünschel übernimmt im Juni das Ressort des Chief Development Officer. Daniel Riedl verlässt das Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen.

Wünschel kommt mit Erfahrung aus RWE Renewables und E.ON. Das passt zum nächsten Schwerpunkt im Bestand. Vonovia will energetische Sanierungen und Energielösungen stärker in das Geschäftsmodell einbauen.

Bis Ende 2026 plant der Konzern eine deutliche Ausweitung seiner PV-Offensive. Das Ziel: Der CO2-Fußabdruck des Portfolios soll sinken. Für einen Wohnimmobilienkonzern ist das auch eine Kosten- und Wertfrage.

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Vermietung bleibt robust

Das Kerngeschäft liefert weiter stabile Signale. Das organische Mietwachstum lag zuletzt bei rund 4,0 Prozent. Die durchschnittliche Kaltmiete stieg auf 8,46 Euro je Quadratmeter.

Auch der Leerstand bleibt sehr niedrig. Das zeigt die weiter hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Städten. Diese operative Basis hilft, ersetzt aber keine saubere Refinanzierung.

Technisch bleibt die Lage angespannt. Die Aktie liegt 27,08 Prozent unter dem Stand vor einem Jahr. Zum 52-Wochen-Tief bei 20,97 Euro beträgt der Abstand nur 3,00 Prozent.

Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 30,35 Euro. Damit preist der Markt weiter einen deutlichen Abschlag zum inneren Wert ein. Der Grund dafür ist weniger die Miete, sondern vor allem die Bilanz.

Im August werden die Zahlen für das zweite Quartal erwartet. Bis dahin zählen vor allem Fortschritte beim Schuldenabbau, mögliche Portfolioverkäufe und erste Signale aus dem neuen Development-Ressort.

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