Der WWF nimmt Deutschlands größten privaten Vermieter ins Visier. Eine neue Forderung der Umweltschutzorganisation könnte Vonovia teuer zu stehen kommen. Vermieter sollen künftig alle Zusatzkosten für fossile Heizbrennstoffe tragen. Das trifft den Immobilienriesen in einer ohnehin angespannten Marktphase.

Heizungsgesetz als Preistreiber

Hintergrund der Debatte ist die Reform des Heizungsgesetzes. Die schwarz-rote Koalition will den Einsatz fossiler Brennstoffe wieder erleichtern. Unklar bleibt dabei der Mieterschutz vor steigenden CO2-Preisen. Der WWF fordert nun einen harten Schnitt. Mehrkosten sollen demnach komplett beim Vermieter landen. Als Vorbild dient ein Konzept von Mieterbund und Verbraucherzentrale. Diese fordern einen strikten Heizkostendeckel für Mietparteien.

Flucht nach vorn

Vonovia reagiert auf den politischen Druck mit einer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie. Bis Ende 2026 stattet der Konzern 30.000 Dächer mit insgesamt 300 Megawatt Photovoltaik aus. Industrielle Sanierungen nach dem sogenannten Energiesprong-Prinzip ergänzen das Programm. Vorgefertigte Fassadenelemente senken dabei die Bauzeit drastisch.

Operativ steht der Wohnungsriese stabil da. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. Die Vermietungsquote liegt bei fast 98 Prozent.

Auch an der Börse hellt sich das Bild auf. Nach einem verhaltenen Jahresstart legte die Aktie auf Monatssicht um knapp 13 Prozent zu. Am Freitag ging das Papier bei 24,02 Euro aus dem Handel. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief wächst damit spürbar.

Baubranche im Krisenmodus

Strukturell profitiert Vonovia von der massiven Krise im Neubau. Allein im ersten Quartal 2026 meldeten über 4.500 Baufirmen Insolvenz an. Das ist der höchste Wert seit zwei Jahrzehnten. In den Ballungsräumen fehlen hunderttausende Wohnungen. Die Folge: Die Nachfrage nach den Bestandsimmobilien von Vonovia bleibt extrem hoch.

Für das laufende Jahr peilt das Management ein operatives Ergebnis von rund drei Milliarden Euro an. Parallel dazu läuft ein milliardenschweres Verkaufsprogramm. Der Konzern will damit seine Schuldenlast weiter drücken.

Im Mai stehen wichtige Termine im Kalender. Neben den neuen Quartalszahlen rückt die Hauptversammlung in Bochum in den Fokus. Dort stimmt die Riege der Aktionäre über eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie ab.