Vonovia will mehr sein als Vermieter. Mit der neuen Marke Veveus bündelt der Bochumer Konzern seine Dienstleistungen für institutionelle Eigentümer und Investoren. Vorgestellt wird sie auf der Branchenmesse Expo Real.

Dienstleistungen aus einer Hand

Veveus umfasst Investment Management, Asset Management, Property Management und Facility Management. Institutionelle Kunden sollen alle Leistungen über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie aus einer Hand erhalten.

Das Know-how ist vorhanden: Vonovia bewirtschaftet bereits rund 75.000 Wohnungen im Auftrag Dritter. Diese Aktivitäten laufen künftig unter einem einheitlichen Auftritt und sollen weiteren Investoren offenstehen. Die Marke Vonovia bleibt dabei dem Vermietungsgeschäft vorbehalten.

Strategischer Hintergrund

Der Schritt passt zur Konzernstrategie. Bis 2028 sollen die Non-Rental-Aktivitäten 20 bis 25 Prozent des bereinigten EBITDA beisteuern. Allein auf das Segment Value-add sollen neun bis zwölf Prozent entfallen.

Erste Erfolge zeigen sich bereits. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Value-add externe Erlöse von 79,2 Millionen Euro, ein Plus von 13,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Das Geschäft außerhalb der Vermietung gilt als weniger reguliert und könnte die Abhängigkeit von Mieteinnahmen mindern. Allerdings ändert eine neue Marke allein weder die Größenordnung dieser Sparte noch die kurzfristige Ertragslage. Der Börsenreaktion nach zu urteilen, sehen Marktteilnehmer das ähnlich nüchtern: Die Aktie notierte im XETRA-Handel zeitweise nur 0,15 Prozent im Plus bei 16,84 Euro.

Was die Marke leisten muss

Ob Veveus einen spürbaren Beitrag zum Ergebnis liefert, hängt davon ab, wie schnell Vonovia neue Mandate von Dritten gewinnt. Als Messlatte dienen die Ziele für 2028: Erreicht Value-add die angestrebten neun bis zwölf Prozent des bereinigten EBITDA, hätte sich der Ausbau des Drittgeschäfts ausgezahlt. Die nächsten Halbjahreszahlen zeigen, ob die externen Erlöse ihr Wachstumstempo halten.