Vulcan Energy trennt sich von technischer Infrastruktur. Der Lithium-Entwickler verkauft eine Pilotanlage an eine Tochtergesellschaft von Cosmos Exploration. Der Deal spült eine Million Euro in die Kasse. An der Börse sorgt das allerdings nicht für Begeisterung.

Käufer ist das australische Unternehmen EAU Lithium. Es übernimmt die sogenannte PP4-Anlage für die direkte Lithium-Extraktion. Vulcan erhält sofort 125.000 Euro. Die restlichen 875.000 Euro fließen zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Hardware bleibt vorerst in Deutschland. Dort testen Ingenieure die Anlage mit Sole aus Bolivien. Das Ziel: EAU Lithium will die Technik später in Südamerika einsetzen. Das Unternehmen verhandelt dort bereits mit dem staatlichen Lithium-Konzern YLB.

Vulcan Energy fokussiert sich derweil auf sein europäisches Kerngeschäft. Das Projekt „Lionheart“ im Oberrheingraben hat absolute Priorität. Hier plant das Management eine jährliche Produktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid. Dafür benötigt der Konzern jedoch eine Finanzierung von 2,2 Milliarden Euro. Der Verkauf der Pilotanlage liefert hierfür einen kleinen Baustein.

Das Marktumfeld bleibt extrem schwierig. Die Preise für Lithiumcarbonat in China fielen kürzlich auf ein Zehn-Wochen-Tief. Auch Konkurrenten wie Liontown Resources spüren den branchenweiten Druck. Die Vulcan-Aktie verliert heute 2,70 Prozent auf 1,98 Euro.

Charttechnisch ist das Bild eingetrübt. Der Kurs notiert weit unter der langfristigen Durchschnittslinie von 2,61 Euro. Vom Hoch im vergangenen Oktober hat sich das Papier bereits halbiert. Solange der allgemeine Lithiumpreis keinen Boden findet, bleibt die milliardenschwere Projektfinanzierung in Europa die entscheidende Hürde.