Vulcan Energy hat einen Boden gefunden — zumindest vorerst. Nach einem Ausverkauf, der die Aktie am Freitag auf ein neues 52-Wochen-Tief von 1,60 Euro drückte, erholt sich der Kurs zum Wochenstart auf 1,64 Euro. Ein Plus von gut zwei Prozent, das nicht viel bedeuten würde, käme es nicht in einem entscheidenden Moment für den Lithium-Entwickler.
Denn parallel zur Kursberuhigung hat Vulcan einen wichtigen operativen Meilenstein erreicht. Am 15. Juli bestätigte das Unternehmen, alle Bedingungen für den ersten Abruf aus seinem milliardenschweren Finanzierungspaket erfüllt zu haben. Die Aktie bleibt trotz der jüngsten Erholung tief im roten Bereich: Seit Jahresbeginn hat sie rund 36 Prozent verloren.
Woher das Geld für Lionheart kommt
Das Finanzierungspaket für die erste Ausbauphase des „Lionheart“-Projekts summiert sich auf 2,2 Milliarden Euro. Ein Konsortium aus 13 Banken stellt darin einen Kredit über 1,185 Milliarden Euro bereit, unter ihnen die Europäische Investitionsbank. Die deutsche Bundesregierung steuert Fördergelder von über 200 Millionen Euro bei.
Hinzu kommt eine Kapitalbeteiligung des KfW-Rohstofffonds. Die Förderbank investiert 150 Millionen Euro direkt in die deutsche Kerngesellschaft von Vulcan. Diese Kombination aus Fremd- und Eigenkapital soll das gesamte Phase-Eins-Projekt bis zur Fertigstellung finanzieren.
Bau läuft, Umsatz noch nicht
Operativ befindet sich Vulcan mitten im Übergang von der Planung zur Umsetzung. Am Standort Landau im Oberrheingraben läuft aktuell die intensive Bauphase für das 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk Lionheart. Die Anlage soll künftig zwei Dinge gleichzeitig liefern: erneuerbare Energie für die Region und Lithiumchlorid als Rohstoff für die Batterieproduktion.
Bei den Lithiumverkäufen steht Vulcan noch ganz am Anfang — Einnahmen erzielt das Unternehmen bisher ausschließlich aus dem bestehenden Geothermiegeschäft. Das Lithiumchlorid aus Landau soll später zur Central Lithium Plant im Industriepark Höchst bei Frankfurt transportiert werden, wo es zu batteriefähigem Lithiumhydroxid weiterverarbeitet wird. Die Genehmigungen für den Frankfurter Standort liegen bereits vor, ebenso die Pachtverträge mit Betreiber Infraserv Höchst.
Geplant ist eine jährliche Produktionskapazität von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat. Ob Vulcan seine Lieferzeitpläne für den europäischen Batteriemarkt einhalten kann, hängt nun maßgeblich vom Baufortschritt in Landau und Frankfurt ab.
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