Die Aktie von Vulcan Energy legte am Dienstag in Stuttgart um knapp 10 Prozent zu und schloss bei 2,66 Euro. Auslöser war eine Stimmrechtsmitteilung des US-Vermögensverwalters VanEck, der seine Position bis zum 18. Mai auf 6,06 Prozent ausgebaut hat — rund 28,96 Millionen Aktien. Im Januar hatte die Beteiligung noch bei 5,04 Prozent gelegen.
Der Kurssprung fiel auf den Vortag der Hauptversammlung in Perth, die am 28. Mai stattfindet. Anleger erwarten konkrete Fortschritte beim Lionheart-Projekt in Deutschland, dem Herzstück der Lithiumstrategie des Unternehmens.
EU-Politik stärkt Rückenwind
Parallel zur institutionellen Nachfrage verschafft Brüssel dem Lithiumentwickler strategischen Auftrieb. Die EU-Kommission plant, ausländische Beteiligungen in kritischen Sektoren auf 49 Prozent zu begrenzen — eine Maßnahme gegen chinesische Dominanz in der Batterielieferkette. Peking kritisiert Teile des Vorschlags als diskriminierend.
Vulcan-Aufsichtsratschef Francis Wedin sieht darin eine Chance für regionale Anbieter. Die Expansion chinesischer Elektroautohersteller in Europa könnte die Nachfrage nach lokal verarbeitetem Lithium ankurbeln. Die Europäische Investitionsbank stellt im Rahmen des ReSourceEU-Aktionsplans 250 Millionen Euro für das Lithium- und Geothermieprojekt bereit.
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Lithiumpreise klettern, Aktie bleibt unter Druck
In China überschritt Lithiumkarbonat im Mai die Marke von 175.000 Yuan pro Tonne — ein Plus von rund 50 Prozent seit Jahresbeginn und der höchste Stand seit 2023. Zusätzliche Nachfrage kommt aus Batteriespeichern für Rechenzentren, die mehr Lithium benötigen als typische Elektrofahrzeuge.
Trotz des Rohstoff-Rallys notiert die Aktie 45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro. Seit Jahresanfang verlor der Titel 16 Prozent. Am Mittwoch gab die Aktie in Stuttgart leicht auf 2,19 Euro nach.
Hauptversammlung: Drei offene Fragen
CEO Cris Moreno will auf der Hauptversammlung ein persönliches Update zum Baufortschritt geben. Aktionäre hoffen auf messbare Meilensteine statt vager Ziele.
Auf der Tagesordnung stehen Wiederwahlen, Vergütungsbericht und die Wahl von Roberto Gallardo in den Aufsichtsrat. Gallardo vertritt Hochtief, den Baukonzern, der im Dezember 169 Millionen Euro investierte und nun 15,4 Prozent hält.
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Vulcan hat Abnahmeverträge mit Umicore, LG Energy Solution, Stellantis und Glencore über sechs bis zehn Jahre abgeschlossen. Rund 72 Prozent der vereinbarten Volumina enthalten Festpreise oder Preisuntergrenzen — ein Puffer gegen Marktschwankungen.
Finanzierung bleibt der entscheidende Katalysator
Das eigentliche Rätsel ist die Finanzierung des Lionheart-Projekts. Vulcan schnürt ein Paket von 2,2 Milliarden Euro: 1,2 Milliarden Euro besicherte Kredite von 13 Institutionen, darunter die Europäische Investitionsbank und mehrere Exportkreditagenturen, plus 204 Millionen Euro staatliche Zuschüsse. Die Unterzeichnung soll im laufenden zweiten Quartal erfolgen — ein festes Datum fehlt.
Ende März verfügte das Unternehmen über 364 Millionen Euro Liquidität, nach einem investitionsbedingten Mittelabfluss von rund 140 Millionen Euro im ersten Quartal. Das Management verweist auf eine Reichweite von über 50 Quartalen bei aktuellen Betriebskosten. Der Markt beobachtet den Finanzierungszeitplan genau.
Die sechste Lionheart-Bohrung, LSC-2, erreichte 3.000 Meter Tiefe. Fertigstellung und Fließtests stehen im laufenden Quartal an. Die vorherige Produktionsbohrung LSC-1 lieferte Förderraten von 105 bis 125 Litern pro Sekunde — im Einklang mit den hydrologischen Annahmen des Projekts.
Der Halbjahresbericht folgt im September. Bis dahin bestimmen der Finanzierungsabschluss und der Ton der Hauptversammlung zu Bauzeitplänen die Richtung.
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