Wacker Chemie stellt die Weichen neu. Der Chemiekonzern reduziert seinen Anteil an der Halbleitertochter Siltronic – und zwar deutlich. Rund 1,8 Millionen Aktien, etwa sechs Prozent des Grundkapitals, wurden in einem beschleunigten Auktionsverfahren platziert. Das bringt frisches Geld in die Kasse.
Trotz des Teilverkaufs bleibt Wacker mit knapp 31 Prozent größter Aktionär von Siltronic. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Stärkung der eigenen Finanzlage. Der Konzern will mehr Spielraum für künftiges Wachstum schaffen. Kein Wunder: Die Aktie notiert aktuell bei 97,00 Euro – das sind 36 Prozent mehr als zum Jahresbeginn.
UBS wird vorsichtiger
Parallel zum Siltronic-Verkauf korrigierte die UBS ihre Bewertung. Die Analysten stufen die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab. Das Kursziel heben sie zwar von 84 auf 104 Euro an. Aber die Herabstufung sendet ein klares Signal: Nach der Rallye wächst die Vorsicht.
Die Aktie hatte sich vom Jahrestief bei 62 Euro auf 104,70 Euro erholt – das höchste Niveau seit Sommer 2024. Der RSI liegt bei 60,1, die Aktie ist also weder überkauft noch überverkauft. Doch die Analysten verweisen auf die unsichere Gewinnentwicklung. Besonders das Polysilizium-Segment bereitet Sorgen. Es notiert unter dem historischen Durchschnitt beim EBITDA.
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JPMorgan bleibt noch zurückhaltender. Die Bank sieht das Kursziel unverändert bei 60 Euro – deutlich unter dem aktuellen Niveau.
Entscheidung im Juli
Neben den operativen Fragen blicken Anleger auf ein politisches Datum. Ende Juli 2026 erwartet der Markt eine Entscheidung im Rahmen der US-Handelsuntersuchung Section 232. Sie könnte die Branche grundlegend verändern.
Am Handelstag des 26. Mai reagierte die Aktie zunächst negativ auf die Nachrichten. Sie fiel um 2,1 Prozent auf 98,55 Euro. Am Dienstag notierte sie leicht tiefer bei 97,00 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 102,60 Euro beträgt rund fünf Prozent. Aus charttechnischer Sicht hält die Aktie aber klar über ihrem 50-Tage-Schnitt von 89,97 Euro.
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