Wacker Chemie zieht bei Harzen, Dispersionen und Dispersionspulvern die Reißleine. Ab dem 1. Juni hebt der Konzern die Preise in Europa und den USA um bis zu 15 Prozent an. Der Schritt zeigt, wie stark der Druck auf das Polymergeschäft inzwischen geworden ist.
Kosten steigen, Preise folgen
Der Hintergrund ist klar: Rohstoff- und Logistikkosten bleiben hoch. Wacker verweist auf Verwerfungen an den Rohstoffmärkten, die auch durch den Konflikt im Nahen Osten verstärkt wurden. Besonders das globale Polymergeschäft spürt diese Belastung.
Mit den Preisanpassungen will der Konzern einen Teil dieser Kosten weiterreichen. Das ist ein typischer, aber wichtiger Hebel. Denn im aktuellen Umfeld reicht es nicht mehr, nur auf bessere Nachfrage zu hoffen.
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PACE greift tiefer
Parallel dazu treibt Wacker das Effizienzprogramm PACE voran. Seit Oktober 2025 läuft das weltweite Kostenprogramm, das den Konzern schlanker und profitabler machen soll. In Deutschland haben sich Management und Arbeitnehmervertretung auf einen Rahmenplan für den Abbau von rund 1.600 Stellen bis Ende 2027 geeinigt.
Der Umbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen laufen. Stattdessen setzt Wacker auf Freiwilligenprogramme, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge. Am stärksten trifft es Burghausen mit etwa 1.300 Stellen, dazu kommen rund 200 in Nünchritz. Ein befristeter Solidarbeitrag von vier Prozent bei Arbeitszeit und Entgelt gilt an den deutschen Standorten bis 2028.
PACE soll jährlich mehr als 300 Millionen Euro sparen. Für Wacker ist das kein Nebenkriegsschauplatz, sondern ein zentraler Teil der Antwort auf schwache Nachfrage, hohe Energiepreise und geopolitische Risiken.
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Aktie läuft schon stark
Die Börse hat den Konzern zuletzt nicht abgestraft. Die Aktie schloss am Freitag bei 99,30 Euro und lag damit knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 102,60 Euro vom 14. Mai. Auf Jahressicht steht immer noch ein Plus von 49,21 Prozent.
Kurzfristig bleibt das Bild allerdings bewegter. Der RSI liegt bei 31,4, die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage bei 39,82 Prozent. Das zeigt: Der Markt traut der Erholung noch nicht blind.
Wacker setzt nun auf eine Mischung aus Preiserhöhungen und Kostensenkungen. Ob das reicht, hängt vor allem davon ab, wie lange die Kosten auf hohem Niveau bleiben und ob die Nachfrage in den Abnehmerbranchen wieder anzieht.
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