Während Bitcoin pausiert, plant Musk den größten Börsengang der Geschichte

Elon Musks SpaceX strebt mit einer Bewertung von über zwei Billionen Dollar den größten Börsengang aller Zeiten an. Bitcoin verharrt in einer Seitwärtsphase, während bei BP eine Aktionärsrevolte gegen die Klimapolitik droht.

Während Bitcoin pausiert, plant Musk den größten Börsengang der Geschichte
Kurz & knapp:
  • SpaceX-Börsengang mit Rekordbewertung von zwei Billionen
  • Bitcoin stagniert bei geringer Handelsaktivität
  • Aktionäre könnten BPs Klimabeschlüsse blockieren
  • UBS rät zu Geduld bei Unternehmensanleihen

Liebe Leserinnen und Leser,

zwei Billionen Dollar. Diese Zahl schwebt seit gestern Abend über den Märkten – und sie verändert, wie wir über Bewertungen, Börsengänge und die Frage nachdenken sollten, was ein Unternehmen eigentlich wert ist. SpaceX, Starlink, xAI und die Plattform X unter einem Dach: Elon Musk bastelt an einem Konglomerat, das auf Anhieb zu den teuersten börsennotierten Unternehmen der Welt zählen würde. Gleichzeitig hält Bitcoin die Luft an – knapp über 66.000 Dollar, kaum Bewegung, dünne Umsätze. Und bei BP bahnt sich eine Aktionärsrevolte an, die zeigt, wie heiß das Thema Klimaberichterstattung weiterhin brodelt. Ein ruhiges Osterwochenende sieht anders aus.

SpaceX: Der Börsengang, der alles neu kalibriert

Stellen Sie sich vor, ein Unternehmen kommt an die Börse und ist vom ersten Handelstag an mehr wert als Amazon. Genau das plant SpaceX – zumindest wenn es nach den Emissionsbanken geht. Bloomberg berichtet, dass die beteiligten Banken mit einer Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar in die Gespräche mit potenziellen Investoren gehen. Als Zieldatum für die Aktienplatzierung gilt der Juni.

Zum Vergleich: Der bisherige Rekord-Börsengang gehört dem saudi-arabischen Ölkonzern Aramco mit knapp 30 Milliarden Dollar Emissionserlös. SpaceX peilt rund 75 Milliarden an – das wäre mehr als das Doppelte. Und trotzdem würde dabei nur ein kleiner Bruchteil des Unternehmens an die Öffentlichkeit gehen.

Was steckt hinter dieser Bewertung? Nicht nur Raketen. Musk hat in den vergangenen Monaten seine KI-Firma xAI sowie die Plattform X in den SpaceX-Konzern eingebracht. Hinzu kommt Starlink, der Satelliten-Internetdienst, der in Krisenregionen und ländlichen Gebieten weltweit an Bedeutung gewinnt – auch in Europa. Die Fusion der verschiedenen Geschäftsbereiche war Anfang Februar noch mit 1,25 Billionen Dollar bewertet worden. Seitdem hat sich die angestrebte Bewertung also um 60 Prozent erhöht.

Für deutsche Anleger stellt sich die Frage: Wo kauft man SpaceX überhaupt? Aktuell nur über Sekundärmärkte oder US-Handelsplattformen für vorbörsliche Aktien – beides mit erheblichen Hürden und Risiken. Ein regulärer Börsengang würde das ändern. Ob die Bewertung von zwei Billionen Dollar gerechtfertigt ist, werden die Investorengespräche zeigen. Die Konkurrenz auf diesem Niveau ist jedenfalls illustre: Nur Nvidia, Apple, Alphabet, Microsoft und Amazon sind aktuell teurer.

Bitcoin im Osterscḧlaf – aber nicht ohne Agenda

67.000 Dollar, kaum Volumen, kaum Bewegung. Bitcoin verbringt dieses Osterwochenende in einem Zustand erzwungener Ruhe. Viele globale Märkte waren gestern wegen des Karfreitags geschlossen, institutionelle Händler halten sich zurück. Das ist keine Schwäche – das ist schlicht Abwesenheit von Nachfrage in beide Richtungen.

Unter der Oberfläche ist die Lage komplizierter. Laut Daten von CryptoQuant, über die Bloomberg berichtete, bleibt die sogenannte „apparent demand“ für Bitcoin negativ. Konkret heißt das: Große Halter – sogenannte Whales, die während des Bullenmarkts 2024 fast 200.000 BTC akkumuliert hatten – verkaufen jetzt netto. Die Zuflüsse aus Spot-ETFs und Unternehmenskäufen wie denen von Strategy Inc. reichen derzeit nicht aus, um diesen Verkaufsdruck zu kompensieren.

Der geopolitische Kontext drückt zusätzlich auf die Stimmung. Als Trump Mitte der Woche ankündigte, den Iran in den kommenden zwei bis drei Wochen „extrem hart“ zu treffen, fiel Bitcoin binnen kurzer Zeit um rund 2,8 Prozent und rutschte kurzzeitig unter 66.300 Dollar. Das zeigt einmal mehr: In Phasen akuter Unsicherheit verhält sich Bitcoin wie ein Risikoasset – nicht wie digitales Gold. Die Straße von Hormuz bleibt ein Nadelöhr für die globale Ölversorgung, und solange das so ist, bleibt die Inflationsangst ein Gegenwind für spekulative Assets.

Trotzdem gibt es eine institutionelle Nachricht, die langfristig wirkt: Coinbase hat eine bedingte Genehmigung des OCC – des US-amerikanischen Währungsprüfers – für eine nationale Trust-Gesellschaft beantragt und vorangebracht. Das würde Coinbase erlauben, als federal regulierter Verwahrer zu operieren. Coinbase wird damit keine Geschäftsbank, aber die Infrastruktur für institutionelle Kunden würde erheblich gestärkt. Für die Legitimierung des Kryptomarkts ist das ein weiterer, wenn auch stiller Schritt.

Altcoins: Keine Impulse, keine Ausbrüche

Ethereum notiert um die 2.050 Dollar, XRP bei rund 1,31 Dollar – beide ohne nennenswerte Bewegung. Solana hält sich knapp im Plus, Cardano gibt leicht nach. Selbst Dogecoin, sonst für plötzliche Ausschläge bekannt, bleibt diesmal brav. Das Muster ist eindeutig: Ohne frische Katalysatoren und bei dünner Liquidität über ein langes Feiertagswochenende passiert im Altcoin-Segment schlicht wenig.

Wer auf einen Ausbruch wartet, braucht Geduld. Der nächste potenzielle Kurstreiber dürfte von außen kommen – entweder aus dem Iran-Konflikt, der US-Konjunkturdaten oder einem überraschenden regulatorischen Schritt.

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BP: Wenn Aktionäre die Klimaagenda verteidigen

Ein Thema, das für institutionelle Anleger und ESG-Investoren in Deutschland besonders relevant ist: BP will auf seiner Hauptversammlung am 23. April zwei ältere Klimabeschlüsse aus den Jahren 2015 und 2019 formell zurückziehen. Das Argument des Vorstands: Die damaligen Anforderungen seien durch neuere, standardisierte Berichtsrahmen überholt.

Der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS sieht das anders – und empfiehlt Aktionären, gegen diesen Schritt zu stimmen. Das ist ungewöhnlich. ISS-Empfehlungen gegen den Vorstand sind selten, und sie bewegen erfahrungsgemäß erhebliche Stimmenpakete. „Ein besonders überzeugender Grund wäre nötig, um eine solche rechtliche Rücknahme zu rechtfertigen – die im britischen Kontext ohne Präzedenz ist“, schreibt ISS in seiner Analyse.

BP braucht 75 Prozent Zustimmung für den Rückzug der Beschlüsse. Damals wurden beide mit fast 100 Prozent Zustimmung verabschiedet. Die aktivistische Aktionärsgruppe Follow This aus den Niederlanden hat bereits eine breitere Kampagne europäischer Investoren gegen BP mobilisiert. Für deutsche Anleger, die BP über ETFs oder direkt halten, lohnt ein Blick auf den 23. April – nicht unbedingt zum Handeln, aber zum Verstehen, wohin die Debatte um Unternehmens-Klimapolitik driftet.

Anleihen: Wann ist der richtige Einstiegspunkt?

UBS hat diese Woche eine interessante Analyse veröffentlicht, die für konservativere Anleger relevant ist. Die Bank warnt davor, jetzt schon „die Delle zu kaufen“ bei Unternehmensanleihen. Die aktuellen Risikoaufschläge – sogenannte Credit Spreads – preisen laut UBS erst eine Wahrscheinlichkeit von 10 bis 25 Prozent für einen ernsthaften Wachstumsschock ein. Das ist zu wenig, wenn man die geopolitischen Risiken rund um den Iran-Konflikt und mögliche Öl-Lieferunterbrechungen ernst nimmt.

Konkret nennt UBS Einstiegspunkte: Bei US-Investment-Grade-Anleihen erst bei Spreads um 115 Basispunkte, bei europäischen High-Yield-Anleihen erst um 420 Basispunkte. Beide Schwellen liegen deutlich über dem aktuellen Niveau. Die Empfehlung lautet daher: Wer in Anleihen umschichten will, sollte Geduld mitbringen. Und als Absicherung in beiden Szenarien – Abschwung wie Erholung – hebt UBS explizit den deutschen Bundesanleihen-Markt hervor. Der 10-jährige Bund als sicherer Hafen: Das ist für deutsche Anleger eine vertraute, aber aktuell besonders relevante Botschaft.

Was die kommende Woche bringt

Der Karfreitag und der Ostersamstag haben die Märkte in Watte gepackt. Ab Montag kehrt die Realität zurück. Drei Dinge sollten Sie im Blick behalten:

Die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag werden nachgewirkt haben – sie könnten die Erwartungen an die Federal Reserve und damit die Liquiditätsbedingungen für Krypto und Wachstumsaktien neu kalibrieren. Beim Iran-Konflikt bleibt die Lage gefährlich offen; jede Eskalation oder Entspannung dürfte Bitcoin und Ölpreise unmittelbar bewegen. Und am 23. April steht BP’s Hauptversammlung an – ein Datum, das zeigen wird, ob europäische ESG-Investoren wirklich Zähne zeigen.

SpaceX hat derweil die Messlatte für 2026 gesetzt. Zwei Billionen Dollar Bewertung beim Börsengang – das ist keine Zahl, die man schnell vergisst. Sie verändert die Diskussion darüber, was Technologie, Infrastruktur und Visionen in einer Welt wert sind, in der Kapital keine Grenzen kennt.

Bleiben Sie neugierig,

Andreas Sommer
04. April 2026

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Über mich: Erfahrung für Ihren Anlageerfolg

Als Finanzanalyst und Börsenjournalist beschäftige ich mich seit über vier Jahrzehnten intensiv mit den Finanzmärkten. Meine Spezialisierung liegt auf der Analyse wachstumsstarker Aktien und der Entwicklung von Anlagestrategien, die fundamentale Bewertung mit technischer Analyse kombinieren.

Ein zentraler Aspekt ist das Timing („Timing is Money“), denn Risikobegrenzung ist essenziell („Vermeiden ist besser als Verlieren!“). Mein Ziel ist es, Ihnen klare Orientierung in dynamischen Märkten zu bieten.

Mein Weg an die Börse: Vom Bankberater zum Analysten

Meine Faszination für die Finanzmärkte entwickelte sich schon früh. Wichtige Stationen meines Weges sind:

  • Bankwesen: Über zehn Jahre Erfahrung als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank legten den Grundstein im Kundengeschäft.
  • Wendepunkt 1987: Der Börsencrash weckte mein tiefes Interesse an der technischen Analyse als wichtiges Instrument zur Risikosteuerung.
  • Finanzjournalismus: Als Finanzredakteur und Chefredakteur für Börsenpublikationen vertiefte ich meine Marktkenntnisse.
  • Strategieentwicklung: Über die Jahre entwickelte ich meinen heutigen ganzheitlichen Ansatz, der Fundamentaldaten und Charttechnik systematisch verbindet.

Meine Arbeit: Analysen, Strategien und Einblicke

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