Alle reden über rasante KI-Chips. Kaum jemand spricht über den Speicherplatz für die gigantischen Datenmengen. Genau hier positioniert sich Western Digital. Die Aktie verzeichnet einen atemberaubenden Aufstieg. In den vergangenen zwölf Monaten schoss der Kurs um 932 Prozent nach oben. Aktuell notiert das Papier bei 558,90 Euro. Das entspricht einem Jahresplus von fast 249 Prozent.

Der unersättliche Datenhunger

Künstliche Intelligenz verschlingt Daten. KI-Modelle wachsen rasant. Sie benötigen riesige Mengen an kalten und warmen Daten für das Training. Festplatten bleiben dafür das Fundament. Western Digital liefert diese Infrastruktur. Der Hersteller bietet Laufwerke mit enormer Kapazität und punktet mit geringen Kosten pro Terabyte. Das ist entscheidend für gigantische Rechenzentren. Cloud-Kunden machen mittlerweile 89 Prozent des Umsatzes aus.

Ein regelrechter Speicher-Superzyklus treibt das Geschäft an. Rechenzentren verbauen massenhaft klassische Festplatten. Sie brauchen diese für riesige Datenmengen und Archive. Das schlägt sich in den Büchern nieder. Im abgelaufenen Quartal sprang der Umsatz um 45 Prozent nach oben. Die Bruttomarge erreichte starke 50,5 Prozent. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Die Folge: Die Kapazitäten sind bis Ende 2026 restlos ausverkauft.

Preismacht durch Forschung

Große Cloud-Anbieter sichern sich bereits ab. Sie schließen langfristige Verträge bis in die Jahre 2027 und 2028. Western Digital baut dafür keine neuen Fabriken. Der Konzern setzt auf Forschung. Neue Technologien wie ePMR und HAMR erhöhen die Speicherkapazität der einzelnen Laufwerke. Das Management hält das Angebot knapp. Das sichert die Preismacht und treibt die Margen.

Das jährliche Datenwachstum soll massiv zulegen. Autonome Fahrzeuge und physische KI treiben diesen Trend. Die Börse feiert diese Aussichten. Aber rechtfertigt die hohe Bruttomarge eine Marktkapitalisierung von 177 Milliarden Euro? Analysten mahnen zur Vorsicht. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 486 Euro. Das sind 13 Prozent weniger als der aktuelle Preis.

Die Skepsis der Experten trifft auf einen nervösen Markt. Die Aktie verlor seit ihrem Rekordhoch im Juni knapp 20 Prozent. Die annualisierte Volatilität liegt bei extremen 95 Prozent. Investoren wiegen die enormen Kursgewinne gegen die zukünftigen Wachstumschancen ab. Die langfristigen Verträge mit den Tech-Giganten sichern die Umsätze für die kommenden zwei Jahre. Hält die Unterstützung an der 50-Tage-Linie bei 458 Euro, bleibt der Aufwärtstrend intakt.