Der Haushaltsgerätehersteller Whirlpool schließt ein großes Werk in Mexiko. Produktion und Jobs wandern an andere Standorte. Das Unternehmen spricht von Effizienzsteigerung. Anleger reagieren verhalten – die Aktie notiert nahe ihrem Tiefststand.

Werksschließung in Apodaca

Whirlpool gibt seinen Standort Supsa in Apodaca, Mexiko, auf. Die Produktion verlagert der Konzern in die Fabrik Ramos Arizpe und andere bestehende Werke. Der Abschluss der Schließung ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Bereits im Januar hatte Whirlpool sein Werk im argentinischen Pilar dichtgemacht und die Fertigung nach Rio Claro in Brasilien verlegt.

Die Botschaft des Managements: Konsolidierung statt Expansion. Die Nachfrage im Hausgeräte-Markt schwankt. Whirlpool will sich breiter aufstellen.

Kosten von 165 Millionen Dollar

Die Schließung verursacht hohe Kosten. Das Unternehmen rechnet mit rund 165 Millionen Dollar für den Umbau. Der größte Posten entfällt auf Wertberichtigungen für Anlagen: 95 Millionen Dollar sind nicht zahlungswirksam. Für Abfindungen und Sozialleistungen hat Whirlpool 30 Millionen Dollar eingeplant. Hinzu kommen 40 Millionen Dollar für Ausstiegs- und Umzugskosten.

Den Großteil der Belastung verbucht das Unternehmen im laufenden Jahr 2026 – rund 100 Millionen Dollar. Tatsächlich fließen muss Whirlpool davon nur 15 Millionen Dollar in diesem Jahr. Insgesamt sind 70 Millionen Dollar an Zahlungen über die gesamte Restrukturierungsphase vorgesehen.

Die Börse zeigt sich unbeeindruckt. Die Aktie kostete am Donnerstag 33,69 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 47 Prozent verloren. Der Kurs liegt nur gut sechs Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 31,71 Euro.

Dividende gestrichen, Schulden gedrückt

Whirlpool hatte zuvor die Dividende ausgesetzt. Das Geld soll in den Schuldenabbau fließen. Analysten reagierten mit drastischen Kürzungen ihrer Gewinnprognosen. Einige Institute senkten die Erwartungen für den Gewinn je Aktie um bis zu 90 Prozent.

Hohe Zinsen und ein schwacher Häusermarkt belasten das Geschäft. Whirlpool will durch die Werkkonzentration die Margen stabilisieren. Die Übergangskosten belasten das GAAP-Ergebnis kurzfristig. Langfristig sollen die günstigeren Standorte die Kostenbasis senken.

Anleger dürften in den kommenden Quartalsberichten auf zwei Kennzahlen achten: die Fortschritte bei den Werksverlagerungen und die Entwicklung der Verschuldungsquote.