Rote Zahlen zum Jahresauftakt, ein massiv verfehltes Gewinnziel und ein schwächelndes Nordamerika-Geschäft. Bei Wienerberger klaffen die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 und die Erwartungen des Marktes weit auseinander. Dennoch reagiert die Aktie am Mittwoch mit einem leichten Plus von 1,69 Prozent auf 22,90 Euro. Der Vorstand blickt demonstrativ optimistisch auf das zweite Halbjahr.
Wetter und Kosten belasten den Jahresauftakt
Die nackten Zahlen des Baustoffproduzenten lesen sich düster. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Noch drastischer fiel der Einbruch beim Ergebnis je Aktie aus: Mit minus 0,28 Euro verfehlte Wienerberger die Analystenschätzungen, die lediglich von einem minimalen Verlust ausgegangen waren, erheblich.
Als Hauptgründe für die schwache operative Entwicklung nennt das Management ungünstige Witterungsbedingungen in den ersten Monaten des Jahres. Parallel dazu drückt eine anhaltende Kosteninflation auf die Margen. Das operative EBITDA landete bei 97 Millionen Euro.
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Nordamerika bricht ein, Europa stabilisiert sich
Ein genauerer Blick auf die Regionen offenbart eine Zweiteilung. In Nordamerika rutschte der Umsatz um über ein Fünftel ab, das operative Ergebnis brach dort sogar um 37 Prozent ein. Im gleichen Schritt zeichnet sich auf dem Heimatkontinent eine Trendwende ab.
Laut CEO Heimo Scheuch registrierte Wienerberger im europäischen Markt im März und April bereits eine Volumenerholung im zweistelligen Prozentbereich. Um diese Position auszubauen, investierte der Konzern zuletzt massiv. Für rund 160 Millionen Euro übernahm das Unternehmen den Fliesen-Spezialisten Italcer. Hinzu kommt die Integration der NEWS Group, die das Wassermanagement-Segment stärkt.
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Festhalten am Jahresziel
Trotz des Fehlstarts rückt das Management nicht von seiner Jahresprognose ab. Für 2026 peilt der Vorstand weiterhin ein operatives EBITDA von rund 810 Millionen Euro an. Diese Zuversicht stützt sich auf ein erwartetes starkes zweites Halbjahr und ein striktes Effizienzprogramm. Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Kosten um 30 Millionen Euro sinken.
Eine hohe Absicherungsquote bei den Energiekosten schützt das Unternehmen obendrein vor volatilen Rohstoffmärkten. Um zusätzliche Liquidität zu schaffen, plant Wienerberger in der zweiten Jahreshälfte den Verkauf von Immobilien. Das Investitionsbudget bleibt mit 280 Millionen Euro auf Kurs, wobei der Fokus auf Instandhaltung und ESG-Projekten liegt.
An der Börse hat der Baustoffkonzern einiges aufzuholen. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 24 Prozent an Wert verloren und notiert nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 22,32 Euro. Die Erreichung der Jahresziele steht und fällt nun mit dem US-Geschäft. Bleibt die Erholung in Nordamerika aus, gerät die angestrebte Zielmarke von 810 Millionen Euro zum Jahresende mathematisch massiv unter Druck.
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