Wolfspeed geht in die Offensive. Der US-Halbleiterspezialist verklagt den Konkurrenten Navitas Semiconductor vor einem Bundesgericht in Delaware. Im Kern geht es um den Schutz entscheidender Technologien für die künstliche Intelligenz.
Klage gegen KI-Halbleiter
Der am 7. Juli eingereichte Rechtsstreit umfasst fünf Kernpatente. Wolfspeed wirft Navitas vor, geistiges Eigentum bei Galliumnitrid- und Siliziumkarbid-Technologien verletzt zu haben. Betroffen sind prominente Produktlinien wie GaNFast und GaNSlim sowie GeneSiC-Leistungshalbleiter.
Das Ziel der Klage ist ein Verkaufs- und Importverbot für diese Produkte in den Vereinigten Staaten. Zusätzlich fordert Wolfspeed Schadenersatz in nicht genannter Höhe. CEO Robert Feurle bezeichnet den Schutz des Portfolios als strategische Priorität. Navitas hingegen weist die Vorwürfe als haltlos zurück.
Hohes Wachstum im KI-Segment
Die operative Lage bleibt derweil angespannt. Im dritten Geschäftsquartal 2026 sank der Umsatz um knapp 19 Prozent auf 150,2 Millionen US-Dollar. Unterm Strich verbuchte Wolfspeed einen Nettoverlust von 128,2 Millionen US-Dollar. Die hohe Verlustrate belastet die Bilanz weiterhin schwer.
Ein Lichtblick zeigt sich im Bereich der KI-Rechenzentren. Hier wuchs das Geschäft im Vergleich zum Vorquartal um 30 Prozent. Die Nachfrage nach hocheffizienten Leistungschips für Hochleistungsrechner stützt das fundamentale Profil. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt aktuell bei rund 1,61 Milliarden Euro.
Hohe Volatilität belastet Kurs
Anleger reagierten zuletzt nervös. Die Aktie verlor binnen eines Monats rund 19 Prozent an Wert. Parallel dazu liegt der Relative-Stärke-Index mit 38,0 im unteren Bereich. Dies deutet auf einen technisch überverkauften Zustand hin.
Die Volatilität bleibt extrem hoch. Sie liegt annualisiert bei fast 139 Prozent. Der aktuelle Kurs beträgt 34,90 US-Dollar. Marktbeobachter werten die Klage als Versuch, die eigene Marktposition in einem schwierigen Umfeld abzusichern.
Trotz der Kursverluste wetten einige Marktteilnehmer auf eine Erholung. Am Optionenmarkt gab es zuletzt auffälliges Interesse an Call-Optionen mit einem Basispreis von 60 US-Dollar für Anfang 2027. Neue operative Details liefert der nächste Quartalsbericht im August 2026.
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