Rennstreckenrekord statt Kursfantasie: Xiaomi setzt im Autogeschäft ein starkes Signal, kurz bevor die Quartalszahlen anstehen. Der neue YU7 GT liefert auf dem Nürburgring Prestige. Die Aktie bleibt trotzdem schwach. Genau dieser Gegensatz macht die Lage spannend.
Rekordfahrt stärkt das EV-Profil
Am 18. Mai 2026 wurde bekannt, dass der Xiaomi YU7 GT die Nürburgring-Nordschleife in 7:34,931 Minuten gefahren ist und damit die bisherige SUV-Bestmarke von 7:36,698 Minuten unterboten hat. Am Steuer saß Ren Zhoucan; Xiaomi wertet den Lauf als ersten Nürburgring-Rekord eines chinesischen Fahrers.
Technisch positioniert der Konzern den YU7 GT klar im Hochleistungssegment: Die Version kommt auf 990 PS, erreicht rund 300 km/h und soll Ende Mai 2026 in China an den Start gehen.
Der erwartete Preisrahmen liegt zwischen 450.000 und 500.000 Yuan. Damit zielt Xiaomi nicht auf Masse um jeden Preis, sondern auf ein Segment, in dem Marke, Leistung und Marge stärker zählen.
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Mehr Kontrolle über Schlüsselkomponenten
Parallel dazu baut Xiaomi die eigene Lieferkette aus. Am 18. Mai meldete der Konzern die Gründung von Beijing Xiaomi Jingxu Technology mit einem Stammkapital von 10 Millionen RMB.
Die neue Einheit soll Kernkomponenten für Elektrofahrzeuge entwickeln und produzieren. Genannt werden Batterien, Elektromotoren und elektronische Steuerungssysteme. Das ist mehr als ein Nebenschauplatz: Wer im EV-Geschäft Marge halten will, braucht Kontrolle über teure und knappe Bauteile.
Bislang arbeitet Xiaomi bei Batterien mit großen Partnern wie CATL und BYD. Eine stärkere Eigenfertigung könnte die Abhängigkeit verringern, verlangt aber Kapital, Know-how und saubere Skalierung. Der Schritt passt zur Ambition, im Autogeschäft nicht nur Design und Software zu liefern.
Smartphone-Schwäche belastet die Erwartungen
Am 26. Mai 2026 folgen die Quartalszahlen. CLSA bleibt zwar bei „Outperform“, senkte das Kursziel aber von 45 HKD auf 41 HKD und verweist auf schwächere Erwartungen im Kerngeschäft.
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Für das erste Quartal rechnen die Analysten mit einem Umsatzrückgang von 10,7 Prozent auf 99,4 Milliarden RMB. Hauptgrund ist ein erwartetes Minus von 19 Prozent bei den Smartphone-Auslieferungen, weil Xiaomi stärker auf Margenschutz statt auf reines Volumen setzt.
Im EV-Segment sieht das Bild besser aus. Dort erwartet CLSA ein Umsatzplus von 6 Prozent und eine Bruttomarge von rund 19,8 Prozent. Das Autogeschäft wächst also, muss aber erst beweisen, dass es die Schwäche im Smartphone-Geschäft dauerhaft auffangen kann.
Die Aktie spiegelt diese Skepsis. Bei 3,37 Euro liegt sie heute 1,56 Prozent im Minus; seit Jahresanfang summiert sich der Rückgang auf 25,02 Prozent. Der Kurs bleibt damit unter wichtigen Durchschnittslinien, obwohl die Produktnachrichten aus dem EV-Bereich Rückenwind liefern.
Am Dienstag kaufte Xiaomi 3,3 Millionen Aktien der Klasse B für rund 100 Millionen HKD zurück; am Vortag waren es 3,26 Millionen Anteile. Auf der Hauptversammlung am 2. Juni 2026 steht eine Fortführung der Rückkauf-Ermächtigung von bis zu 10 Prozent der ausgegebenen Aktien zur Abstimmung.
Für das laufende Jahr hält Xiaomi am Ziel von 550.000 ausgelieferten Elektrofahrzeugen fest. Anfang Mai war rund ein Fünftel davon erreicht. Der YU7 GT und das erwartete SU7-Facelift müssen nun helfen, aus Aufmerksamkeit auch Stückzahlen zu machen.
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