Ein Software-Fehler brachte am Freitag Teile des XRP-Netzwerks ins Wanken. Nur einen Tag später steht der Patch schon bereit. Parallel dazu zeigen die Blockchain-Daten einen Trend, der für die langfristige Nachfrage nach dem Token spricht.

Fehlerhafte Validator-Kommunikation legt Knoten lahm

Am Freitag, den 31. Juli, häuften sich Berichte über ein systemweites Problem im XRP Ledger. Knoten nahmen unbegrenzt viele sogenannte Manifeste von unbekannten Validator-Schlüsseln an und leiteten sie weiter. Entwickler nennen das Phänomen „Manifest Flood“.

Die Folge: Einige Netzwerk-Hubs verloren während der Verbindungsaushandlung ihre Peers. Das führte zu Verbindungsabbrüchen und Verzögerungen bei der Synchronisation zwischen den Knoten.

Ripples ehemaliger Technikchef David Schwartz, der weiterhin an der Entwicklung des Ledgers beteiligt ist, bestätigte seine Mitarbeit an der Fehlerbehebung. Er nahm an einer technischen Telefonkonferenz mit dem Entwicklerteam teil. Bereits am Samstag, den 1. August, veröffentlichten die Entwickler Version 3.2.1 als Sofortmaßnahme.

Das neue Release führt vier zusätzliche Grenzwerte für die Verarbeitung von Manifesten ein. Diese sollen künftige Überflutungen des Netzwerks verhindern. Eine weiterführende Version 3.3.0 befindet sich bereits in der Testphase, während 3.2.1 als stabiler Patch für alle aktiven Validatoren und Node-Betreiber gilt.

Exchange-Bestände auf Siebenjahrestief

Während die Entwickler den technischen Störfall beheben, zeigt sich auf der Angebotsseite eine deutliche Verschiebung. Am 1. August lag die Menge an XRP auf zentralen Handelsplätzen bei 2,748 Milliarden Token — der niedrigste Stand seit sieben Jahren. Das deutet auf eine breite Verlagerung hin zu Self-Custody und langfristigem Halten hin.

Der Rückgang der Börsenbestände fällt mit einem stetigen Wachstum des Netzwerks zusammen. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 489.739 neue Accounts hinzu, insgesamt zählt der Ledger nun rund 8,42 Millionen aktive Wallets.

Ein Treiber dieser Entwicklung ist der Stablecoin RLUSD, der nativ auf der XRP-Blockchain läuft. Seine Umlaufmenge erreichte im selben Zeitraum 873 Millionen Dollar. Da jede RLUSD-Transaktion XRP zur Gebührenzahlung benötigt, entsteht durch das Stablecoin-Wachstum ein kontinuierlicher Verbrauchsmechanismus für das zugrundeliegende Netzwerk-Token.

ETF-Zuflüsse kühlen sich ab

Auch institutionelle Anleger bleiben dem Netzwerk treu — wenn auch mit nachlassendem Tempo. Die kumulierten Netto-Zuflüsse in Spot-XRP-ETFs erreichen seit ihrer Zulassung Ende 2025 mittlerweile 1,5 Milliarden Dollar. Im Juli 2026 verzeichneten Marktbeobachter jedoch mehrere Handelstage ohne jegliche Netto-Zuflüsse.

Der Kurs von XRP notiert aktuell bei 1,06 Dollar und liegt damit rund 4,9 Prozent über dem erst Ende Juni markierten 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,36 Dollar beträgt der Abstand allerdings noch gut 22 Prozent — ein Zeichen dafür, dass der übergeordnete Abwärtstrend trotz der jüngsten Stabilisierung nicht überwunden ist.

Trotz der technischen Turbulenzen schloss XRP den Juli mit einem Plus von 3 Prozent ab. Damit verlängert sich eine bemerkenswerte Serie: Der Token beendet den Monat Juli nun seit sieben Jahren in Folge im Plus. Auf regulatorischer Seite richtet sich der Blick weiter auf den „CLARITY Act“ im US-Senat, dessen Verabschiedung vor der anstehenden Sitzungspause weiterhin blockiert bleibt.

Zum Auftakt des neuen Monats setzte Ripple zudem seinen planmäßigen Ablauf fort: Am 1. August wurde die monatliche Escrow-Freigabe ausgeführt und damit eine Milliarde XRP freigegeben. Dieser wiederkehrende Vorgang gehört zum langfristigen Verteilungsplan, der vorhersehbare Angebotsänderungen im Ökosystem sicherstellen soll.