Das XRP Ledger bekommt Mitte Juni ein technisches Update. Version 3.2.0 soll den Speicherbedarf der Netzwerkknoten deutlich senken und den Transaktionsdurchsatz erhöhen — ein solides Upgrade, das aber vor allem Infrastrukturbetreiber betrifft.

Was sich technisch ändert

Der Kern des Updates: Nodes sollen künftig 30 bis 40 Prozent weniger Arbeitsspeicher benötigen. Das klingt nach einer Detailoptimierung, hat aber praktische Konsequenzen. Wer einen Knoten betreibt, braucht weniger Hardware. Das senkt die Kosten und macht es einfacher, am Netzwerk teilzunehmen.

Hinzu kommt eine Umbenennung. Die zentrale Server-Software heißt bisher „rippled“ — künftig trägt sie den Namen „xrpld“. Das soll die Verbindung zum XRP Ledger stärken und gleichzeitig die Distanz zu Ripples Unternehmensmarke betonen. Das Netzwerk positioniert sich damit klarer als neutrale, gemeinschaftlich betriebene Infrastruktur.

Für normale XRP-Inhaber ändert sich operativ nichts. Validators und Node-Betreiber müssen ihre Systeme vor dem Aktivierungsdatum aktualisieren, um im Netzwerkkonsens zu bleiben.

Kurs weit unter Jahreshoch

Das Upgrade trifft auf schwieriges Marktumfeld. XRP notiert aktuell bei rund 1,13 US-Dollar — fast 70 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,65 Dollar, das im Juli 2025 erreicht wurde. Seit Jahresanfang hat der Token rund 40 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 34, was technisch auf überverkauftes Terrain hindeutet.

Erschwerend kommt hinzu: Die Transaktionsgebühren auf dem XRP Ledger sind seit Februar 2025 um über 91 Prozent gefallen. Manche Analysten werten das als Zeichen nachlassender organischer Nachfrage. Kein Wunder, dass der Kurs unter Druck steht.

Auf der regulatorischen Seite gibt es dagegen Klarheit. SEC und CFTC haben XRP im März 2026 als „Digital Commodity“ eingestuft. Das beseitigt einen jahrelangen Unsicherheitsfaktor.

Langfristige Perspektive

Das 3.2.0-Update ist kein Kurstreiber — aber es zeigt, dass die Entwicklung am Netzwerk weiterläuft. Schnellere Transaktionen, günstigere Infrastruktur, klarere regulatorische Lage: Das XRP Ledger baut seine Grundlage für Finanzinstitutionen und Zahlungsanbieter weiter aus. Ob das die Nachfrage nach dem Token mittelfristig wieder belebt, hängt davon ab, wie viele dieser Institutionen das Netzwerk tatsächlich für Zahlungsabwicklungen nutzen. Das Update selbst ist für den 15. Juni geplant.