Zenatech baut sein Vermessungsnetz in Australien weiter aus. Mit zwei frisch abgeschlossenen Übernahmen zählt der Drohnendienstleister nun sieben Standorte im Land. Die neuen Büros sollen zugleich als Testfeld für die hauseigene KI-Software dienen.

Die Zukäufe im Überblick

Die Akquisitionen Nummer 30 und 31 im Drone-as-a-Service-Geschäft bringen vier zusätzliche Standorte. Byrne Consultants sitzt in Darwin, hat zwei weitere Büros an der Gold Coast und Sunshine Coast von Queensland und arbeitet seit mehr als 20 Jahren für Behörden. Hopkins Consultants, 1992 gegründet, deckt Landvermessung, Stadtplanung und Tiefbau in der Region Port Macquarie ab.

Für Zenatech ist Hopkins der erste Zukauf in New South Wales. Der Bundesstaat will bis Mitte 2029 insgesamt 377.000 neue Wohnungen realisieren, was die Nachfrage nach Vermessungsleistungen stützen dürfte.

Die Finanzierung folgt einem festen Muster. Je die Hälfte zahlt Zenatech in bar, die andere Hälfte über eine dreijährige Verkäufernote, die an Umsatzmeilensteine geknüpft ist. Konzernchef Shaun Passley sieht darin einen Schutz vor Verwässerung und erwartet, dass die Zukäufe sofort ergebniswirksam werden. Das ist eine Unternehmensaussage, keine bestätigte Entwicklung.

KI soll das Büro entlasten

Strategisch interessanter ist die Technik dahinter. Nach internen Schätzungen des Unternehmens braucht eine Drohne für eine 100 Hektar große Fläche, genauer 100 Acres, rund 65 Stunden Feldarbeit. Klassisch wären es etwa 267 Stunden.

Die eigentliche Bremse sieht Zenatech danach im Büro. LiDAR-Drohnen liefern Punktwolken mit Millionen Messwerten, die Techniker bisher tagelang von Hand klassifizieren. Die KI-Software soll diese Nachbearbeitung um bis zu 80 Prozent verkürzen. Das sind interne Annahmen, belegte Ergebnisse stehen aus. Fallstudien aus dem Netzwerk will das Unternehmen nachliefern, sobald sie vorliegen.

Der formelle Test im gesamten Netzwerk beginnt 2027. Bis dahin bleibt die Produktivitätsrechnung ein Versprechen.

Markt und Termine

Der australische Markt für Drohnendienste wächst laut Branchenschätzungen von 110 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 455,5 Millionen bis 2033. Das entspricht jährlich rund 19 Prozent. Auf diesen Rückenwind setzt die Roll-up-Strategie.

Anlegern bietet sich bald Gelegenheit zum direkten Austausch. Zenatech gehört zu den Teilnehmern der ROTH Technology Conference, die am 17. und 18. November in New York stattfindet. Dort stehen Gespräche mit institutionellen Investoren an.