Der US-Tiergesundheitsmarkt kühlt spürbar ab. Für Zoetis endete diese Erkenntnis in einem massiven Ausverkauf. Der Vorstand senkte die Jahresprognose überraschend. Daraufhin brach die Aktie in der vergangenen Woche um fast 27 Prozent ein. Der Kurs markierte am Freitag ein neues Jahrestief bei 70,48 Euro.

Schwaches Quartal und leere Wartezimmer

Zum Jahresauftakt verfehlte der Konzern die Erwartungen deutlich. Der Umsatz lag mit 2,26 Milliarden US-Dollar unter den Schätzungen. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie enttäuschte. Besonders das US-Geschäft schwächelt. Die Folge: Die Einnahmen sanken hier um acht Prozent.

Das Management nennt dafür klare Gründe. US-Tierhalter achten zunehmend auf Preise. Sie besuchen seltener den Tierarzt. Parallel dazu kämpft Zoetis mit strukturellen Problemen. Wichtige Patente für Blockbuster-Medikamente wie Convenia und Cerenia laufen aus. Diese Faktoren belasten das Geschäft stärker als bisher angenommen.

Konkurrenz profitiert

Ein Blick auf den Wettbewerb zeigt eine Zweiteilung des Marktes. Während Zoetis strauchelt, hob der Rivale Elanco Animal Health seine Umsatzziele an. Die Elanco-Aktie reagierte mit einem Kurssprung. Das Unternehmen profitiert massiv von neuen Produkten. Medikamente wie Zenrelia und Credelio Quattro greifen Zoetis direkt in den Bereichen Dermatologie und Parasitenschutz an.

Analysten streichen Kursziele

Als Reaktion auf die Wachstumsschwäche startet Zoetis ein Sparprogramm. Der Vorstand kappte zudem die Umsatzziele für das laufende Jahr. Die Erlöse sollen nun maximal 9,96 Milliarden US-Dollar erreichen. Auch beim organischen Wachstum rudert das Unternehmen zurück.

Die Wall Street reagierte prompt. JPMorgan reduzierte das Kursziel drastisch von 190 auf 130 US-Dollar. Die Analysten von UBS senkten ihren fairen Wert auf 99 US-Dollar. Der Konsens verschiebt sich zunehmend in Richtung einer Halteposition.

Die drastische Kursreaktion zieht mittlerweile auch juristische Kreise. Die Kanzlei Ademi LLP prüft eine Klage wegen möglichen Wertpapierbetrugs. Einige institutionelle Investoren ahnten die Schwäche offenbar voraus. So verkaufte die Univest Financial Corp bereits Ende des vergangenen Jahres über ein Drittel ihrer Zoetis-Anteile.