Zoom Video Communications geht in die Offensive. Der US-Konzern öffnet seine KI-Technologie für fremde Systeme. Bisher war die Nutzung vieler Funktionen oft an die hauseigene Telefon-Plattform gebunden.

Die neue Anwendung namens „Virtual Agent Receptionist“ funktioniert nun mit jeder bestehenden Telefonanlage. Das System nutzt dialogorientierte KI für eingehende Anrufe. Es beantwortet Fragen, erstellt Live-Transkriptionen und steuert die Weiterleitung in verschiedenen Sprachen.

Unternehmen können ihre alte Infrastruktur behalten und dennoch moderne Support-Funktionen nutzen. Marktbeobachter werten diesen Schritt als Versuch, Marktanteile von klassischen Telefonie-Anbietern zu gewinnen. Diese Flexibilität könnte die Einführung KI-gestützter Kundendienste deutlich beschleunigen.

Expansion durch Zukäufe

Parallel dazu baut der Konzern sein Portfolio durch Übernahmen aus. Zoom hat eine Vereinbarung zum Kauf von Common Room unterzeichnet. Diese Plattform wertet Käuferdaten aus. Die Technik soll den „Zoom Revenue Accelerator“ stärken und den gesamten Vertriebsprozess automatisieren.

Bereits im vergangenen Jahr startete der Konzern den „AI Companion“. Er erstellt Zusammenfassungen von Meetings. Seit Februar 2026 ergänzt die Funktion „My Notes“ das Angebot. Damit festigt das Management den Umbau zu einer umfassenden KI-Plattform für Unternehmen.

Positive Marktstimmung

Anleger reagierten positiv auf die jüngsten Meldungen. Die Aktie schloss am Freitag bei 79,80 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von 1,44 Prozent. Über die vergangenen zwölf Monate legte der Wert um mehr als 24 Prozent zu.

Analysten bewerten die Aussichten optimistisch. Von 31 befragten Experten liegt das durchschnittliche Kursziel bei 115 US-Dollar. Die Mehrheit empfiehlt das Papier zum Kauf.

Im August präsentiert das Unternehmen die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2027. Investoren achten dabei besonders auf die Dynamik im Segment für Großkunden. Dort muss sich beweisen, ob die neuen KI-Lösungen die Nachfrage nachhaltig stützen.