Zscaler verlor an einem Tag fast ein Drittel seines Börsenwerts. Der Auslöser war nicht das Quartalsergebnis selbst, sondern eine drastische Senkung der Free-Cash-Flow-Prognose. Das Management verwies auf deutlich höhere Investitionen in die Infrastruktur. Anleger reagierten mit Panikverkäufen.
Starkes Wachstum, schwache Cashflow-Umwandlung
Der Cybersecurity-Anbieter meldete für das dritte Geschäftsquartal zum 30. April 2026 einen Umsatz von 850,5 Millionen Dollar — ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) stiegen ebenfalls um 25 Prozent auf 3,525 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte von 0,84 auf 1,08 Dollar.
Der operative Cashflow sank von 211,1 auf 198,0 Millionen Dollar. Das entsprach 23 Prozent des Umsatzes, nach 31 Prozent im Vorjahresquartal. Der Free Cashflow wuchs zwar um 14 Prozent auf 136,0 Millionen Dollar, die Marge fiel aber von 18 auf 16 Prozent.
Für das Gesamtjahr erwartet Zscaler nun eine Free-Cash-Flow-Marge von 22,8 bis 23,3 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen 26,5 bis 27 Prozent in Aussicht gestellt. Die Investitionsquote steigt auf einen hohen einstelligen Prozentsatz des Umsatzes. Diese Revision machte die Kapitaleffizienz zum zentralen Thema — trotz angehobener Umsatzprognose.
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Kursabsturz von 30 Prozent
Die Aktie stürzte ab. Am Mittwoch schloss sie bei 108,96 Euro, ein Minus von über 30 Prozent im Tagesverlauf. Das Handelsvolumen überstieg 31,8 Millionen Stück. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie 42 Prozent, auf Zwölfmonatssicht steht ein Minus von 51 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 292,00 Euro liegt 63 Prozent entfernt.
Schwab Network berichtete, dass die Aktie trotz übertroffener Quartalszahlen unter Druck geriet. The Motley Fool verwies auf die Kombination aus knapper Anhebung der Jahresprognose und enttäuschender Cashflow-Perspektive. Beide Quellen machten die Margenwarnung als Hauptgrund für den Ausverkauf aus.
Umsatzprognose steigt, aber Markt bleibt skeptisch
Die aktualisierte Guidance zeigt ein gemischtes Bild. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 rechnet Zscaler mit Erlösen von 875 bis 878 Millionen Dollar — ein Wachstum von rund 22 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis soll bei 206 bis 208 Millionen Dollar liegen, der Gewinn je Aktie bei 1,08 bis 1,09 Dollar.
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Die Jahresprognose für den Umsatz wurde auf 3,3295 bis 3,3325 Milliarden Dollar angehoben, nach zuvor 3,309 bis 3,322 Milliarden Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis soll 755 bis 757 Millionen Dollar erreichen, nach bisherigen 742 bis 748 Millionen Dollar. Die ARR-Prognose stieg auf 3,740 bis 3,749 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie auf 4,10 bis 4,11 Dollar.
Die Zahlen belegen weiterhin Nachfrage nach Zero-Trust-Sicherheit, Cloud-Security und KI-gestützten Cybersecurity-Lösungen. Investoren wägen diese Dynamik nun gegen die höheren Infrastrukturkosten ab.
Bilanz solide, Effizienz unter Beobachtung
Zscaler verfügte zum 30. April 2026 über 982,1 Millionen Dollar an liquiden Mitteln und 2,557 Milliarden Dollar an kurzfristigen Finanzanlagen. Die abgegrenzten Umsätze stiegen um 25 Prozent auf 2,477 Milliarden Dollar — ein Indikator für die Auftragslage im Abo-Geschäft.
Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob Zscaler wächst. Die Quartalszahlen und die angehobene Umsatzprognose zeigen Expansion. Entscheidend ist, ob das Unternehmen die höheren Infrastrukturausgaben absorbieren kann, ohne die Cashflow-Marge weiter zu belasten. Für eine wachstumsstarke Cybersecurity-Aktie ist diese Effizienzfrage zum kurzfristigen Bewertungsmaßstab geworden.
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