Investieren in den Aktienmarkt: Wie alt muss man sein, um Investor zu werden?

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Aktien- und Derivatehandel wird immer populärer, gerade bei jüngeren Menschen. So alt muss man sein, damit man legal investieren kann!

Der Aktienmarkt ist ein spannendes Feld, in dem viel Geld verdient werden kann. Vor allem in den letzten Jahren, hat das Interesse und die Notwendigkeit, von Zuhause aus zu arbeiten, deutlich zugenommen. Das Geschäft mit Aktien kann zwar sehr profitabel sein, birgt aber in jedem Fall auch seine Tücken. Der Handel mit risikoreichen Paketen unterscheidet sich in gewisser Weise kaum vom Spielen in einer Spielhalle. Ob man im Vulkan Vegas 25 euro einzahlt oder diese investiert, um High Frequency Trading zu betreiben, macht für Erfolgs- und Verlustchancen kaum einen Unterschied.

Wenn man in einem Online Casino spielen will, muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Doch wie sieht die Rechtslage in Bezug auf den Aktienhandel aus? Wie alt muss man sein, wenn man in das Geschäft einsteigen will? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der folgende Artikel.

Allgemeine rechtliche Grundlagen für den Aktienhandel

In Deutschland existiert ein Aktiengesetz (AktG), das seit 1966 in Kraft ist. In erster Linie regelt dieses Gesetz die Rechte und Pflichten von Aktionären und Aktiengesellschaften. Dieses Gesetz bildet die Grundlage für die Gründung, Verfassung, Versammlungen und Auflösung von Aktiengesellschaften sowie Straf- und Bußgeldvorschriften.

Abgesehen vom Aktiengesetz sind auch die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches und des Handelsgesetzbuches für den Aktienhandel relevant, ebenso wie das Konzernrecht. Insgesamt ist das Gesetz mit über 400 Paragraphen sehr umfangreich und sogar in mehrere Bücher untergliedert worden.

Auch das Wertpapierhandelsgesetz ist im Aktienhandel in Deutschland von großer Bedeutung. Hierin wird vor allem festgelegt, wie Dienstleister kontrolliert werden müssen, die mit Wertpapieren handeln oder diese vermitteln. Der Schutz der Aktionäre beziehungsweise Kunden steht hierbei im Vordergrund.

Wenn man detaillierte Fragen zum Aktienhandel und den Bestimmungen, die dahinter stehen, erfahren möchte, sind diese Gesetzestexte die richtige Adresse.

Ab wann kann man anfangen, Aktien zu handeln

Wenn man volljährig ist, kann man selbstverständlich auch mit dem Aktienhandel beginnen. In einem Alter von sieben und 18 Jahren ist man allerdings nur eingeschränkt geschäftsfähig. Das wirkt sich auch darauf aus, welche Punkte man beachten muss, wenn man Aktien handeln möchte.

Zunächst ist es prinzipiell möglich, als Minderjähriger mit Aktien zu handeln. Wenn man noch keine 18 Jahre alt ist, braucht man allerdings die Genehmigung der Eltern, um rechtskräftige Verträge zu schließen. Vor der Eröffnung eines Aktiendepots sind Banken und Dienstleister dazu verpflichtet, die Geschäftsfähigkeit eines minderjährigen Kunden zu überprüfen. Sollte dies nicht erfolgen, wären alle Geschäfte die in Folge dessen entstehen nicht rechtskräftig und ein Aktienkauf kann sogar rückgängig gemacht werden, wenn Erziehungsberechtigte erst nachträglich von einem Kauf erfahren und die Zustimmung verweigern. Der Dienstleister oder die Bank ist in diesem Fall für eventuell entstandene Schäden haftbar.

Die Vorlage der notwendigen Papiere, um den Börsengang der Kinder zu ermöglichen, ist für Erziehungsberechtigte relativ einfach. Man muss lediglich eine Generaleinwilligung bei der Bank hinterlegen, durch die bestimmte Transaktionen abgesegnet werden. Auch Minderjährige können anschließend eigenständig Aktiengeschäfte abwickeln. Negative wirtschaftliche Folgen müssen allerdings von den Eltern getragen werden.

Minderjährige Kinder können auch von ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten bevollmächtigt werden, auf das elterliche Depot zuzugreifen und darüber Transaktionen zu führen. Wenn sich der Nachwuchs das erste Mal mit Aktiengeschäften versuchen will, kann das eine hervorragende Methode sein, um unter elterlicher Aufsicht die Kernpunkte zu vermitteln, die beim Aktienhandel eine Rolle spielen.

Zu beachten ist hier allerdings, dass, wenn man seinem Kind die PIN, TAN und andere Authentifizierungsmethoden offenbart, diese in der Lage sind, ungehindert Geschäfte zu tätigen. Dafür sind die Eltern finanziell haftbar, weswegen man sich vergewissern sollte, dass das Kind dieser Verantwortung auch gewachsen ist.

Einnahmen aus Aktiengeschäften von Minderjährigen müssen regulär versteuert werden. Dabei ist natürlich der jährliche Freibetrag zu beachten, unter dem man nicht abgabepflichtig ist. Zusätzlich zu dem gesetzlichen Freibetrag gibt es noch einen Anleger-Freibetrag, durch den geregelt wird, wie viele Einnahmen aus Aktiengeschäften man jährlich machen darf, ehe man diese versteuern muss.

Zusammenfassung

Prinzipiell ist es in Deutschland möglich, ab einem Alter von Sieben mit dem Aktienhandel zu beginnen. Wenn man noch nicht volljährig ist, braucht man allerdings eine schriftliche Einwilligung der Eltern, um rechtsbindende Geschäfte und Verträge abschließen zu können. Wenn dieses Dokument bei einer Bank vorgelegt wird, kann man auch als Minderjähriger selbständig Aktiengeschäfte tätigen. Auch die Vollmacht, auf ein elterliches Aktiendepot zuzugreifen, kann Minderjährigen ausgestellt werden.

Bei Minderjährigen haften in der Regel die Eltern oder Erziehungsberechtigten für finanzielle Schäden, die daraus entstehen. Wenn man seine Kinder mit der Welt des Aktienmarkts in Kontakt bringen will, sollte man diesen Fakt nicht außer Acht lassen. Um zu verhindern, dass durch unbedachte Investitionen finanzielle Probleme aufkommen, sollte man Minderjährige zunächst unter Aufsicht üben lassen, ehe man Vollmachten ausstellt.

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