Konsumpsychologie auf dem iGaming Markt

Börse und Casino-Aktien
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Wer hat sie noch nicht bemerkt, die Werbung der virtuellen Spielhallen mit Ihren bunten Automaten, exklusiven Casinotischen und großen Jackpots. Mit einem kostenlosen Spin auf dem Glücksrad einen Millionenjackpot gewinnen? Diesem Phänomen gehen wir auf den Grund.

Was steckt hinter unserem Drang nach Gewinnen? 

Nicht jeder, der diese Werbung sieht, fühlt sich sofort davon angesprochen. Dafür sind wir alle schon zu sehr im Umgang mit Marketing geschult. Schon gar nicht Menschen, die noch nie ein Spielcasino von innen gesehen haben. Doch viele junge Menschen wie die Generation Z sind dafür sehr empfänglich.

Doch Werbung ist verführerisch. Und beim nächsten Mal, wenn uns ein Bonus wie Casino Freespins ohne Einzahlung anlacht, klicken wir vielleicht schon etwas weiter. Denn die Werbung hat eines bei uns ausgelöst, es hat ein Verlangen geweckt. Ein Verlangen nach einer Belohnung.

Wenn wir über Konsum in der iGaming Branche sprechen, dann kommt man an unserem täglichen Konsumverhalten nicht vorbei. Dieses Verhalten hat vor allem einen Motor: die Suche nach Belohnung. Es ist lange bekannt, dass wir uns beim Glücksspiel belohnen möchten. Der positive Effekt des Rausches, der bei einem Gewinn unser Gehirn mit Glückshormonen durchströmt, ist so groß, dass wir ihn immer wieder haben möchten.

Das haben bereits Studien an Ratten aus den 1950ern herausgefunden. Die Tests ergaben, dass dieses Glücksgefühl so stark sein kann, dass wir vergessen zu essen, zu schlafen und zu trinken. Wenn man also einmal gewonnen und gefallen daran gefunden hat, will man mehr. Doch dass wir schon vorher ein Interesse am Spiel hatten, wird damit nicht erklärt. Denn wir stolpern ja nicht zufällig über ein Spielcasino, auch nicht im Netz. 

Warum gehen wir überhaupt so bereitwillig auf Glücksspiel zu? Warum möchten wir unser Glück herausfordern, obwohl es zum Teil sogar sehr unwahrscheinlich ist, dass wir den Jackpot gewinnen?

Glücksspiel hat eine besondere Wirkung auf uns. Nicht die Gier nach dem großen Gewinn steht dabei als Erstes im Vordergrund, sondern das Belohnen durch das Spiel im Allgemeinen. Spielen liegt in der Natur des Menschen. Für Kinder gehört das Spiel zum Lernprozess und ist lebensnotwendig. Doch es findet nur dann statt, wenn wir uns sicher und beschützt fühlen. Spielen an sich assoziieren wir also bereits mit einem Gefühl von Sicherheit, besonders im Erwachsenenalter.

Ein wichtiger Aspekt, den sich die gesamte Spielebranche zunutze macht und dazu führt, dass ein Großteil von uns bereitwillig neue Spiele ausprobiert, gerade am PC Zuhause. Wenn wir uns zum Spielen begeben, also aktiv an den Computer setzen, um eine Runde an einem Slot zu drehen, belohnen wir uns bereits und hierbei ist noch nicht einmal ein potentieller Gewinn das Lockmittel. Wir spielen, weil wir uns gut fühlen wollen.

Warum wird iGaming immer erfolgreicher?

Das wir immer empfänglicher für die Verlockungen des schnellen Gewinns werden, ergeben auch die Umsatzzahlen der Branche. Denn iGaming wächst, und zwar enorm. Bereits 2017 lag der Bruttogewinn in Deutschland laut der European Gaming and Betting Association bei 23,1 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Kaum eine andere Branche spiegelt so sehr wieder, wie einfach wir uns von der Chance auf ein bisschen Glück verführen lassen. Sei es durch Sportwetten, Casinospiele wie Slots und Roulette, Poker, Bingo oder Lotterien.

iGaming muss dabei als Teil der Gesamtentwicklung der Spielebranche in den letzten Jahren betrachtet werden. Laut Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) stieg der Gesamtumsatz der weltweiten Spielebranche 2018 auf 134,9 Milliarden US-Dollar. Einen besonderen Teil davon machten die Spiele für Smartphones mit 63,2 Milliarden US-Dollar aus. Gerade dieser Anteil legte im Vergleich zum Vorjahr kräftig zu. Unsere fortschreitende Digitalisierung sorgt also dafür, dass wir immer mehr auf virtuelle Spiele zurückgreifen.

Seitdem auch Buchmacher und Spielhallen in die digitale Welt einziehen, wächst auch das Angebot an iGaming im Netz. Parallel dazu stagniert die Zahl der landbasierten Spielhallen in Deutschland seit Jahren bei ca. 6.000. Der Weg in das digitale Glücksspiel scheint daher umso konsequenter für die Casinobetriebe. Und gerade die Zahlen zu dem Gebrauch von Smartphones in der Spielebranche zeigt, dass iGaming-Angebote, die keine komplexen Strategien, aufwendige Grafiken und Rechenkapazität auf mobilen Endgeräten fordern, prädestiniert sind, Erfolg bei neuen Konsumenten zu haben.

Kurz gesagt: iGaming ist schnell und einfach zu konsumieren und damit wie gemacht für das moderne Spiel auf dem Smartphone.

Unser Konsumverhalten im digitalen Zeitalter

Es verwundert kaum jemanden, dass wir immer stärker alle unsere Aktivitäten ins Netz verlegen. Dazu ist es einfach zu praktisch. Hier wird geshoppt, gedatet und natürlich gespielt. Und alles basiert auch hier – übrigens wie auch in der realen Welt – auf dem gleichen Prinzip, der Suche nach dem nächsten Glücksmoment. Doch die Zahlen zeigen auch, dass der Konsum gerade von iGaming-Produkten seit Einführung der Digitalisierung gewachsen ist. Erleichtern uns die digitalen Kanäle also die Entscheidung zum Spiel?

Auch wenn wir hierzu keine aktuelle Studie finden konnten, ist der Zusammenhang kaum zu übersehen. Natürlich ist ein Klick auf eine Casinowerbung schneller getan, als der Gang in das nächste landbasierte Spielcasino. Doch die iGaming Branche macht es uns auch immer leichter. Gerade das Bezahlen spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht nur die Kosten für die Teilnahme an einer Wette sind vergleichsweise gering und stellen für viele Spieler keine große Hürde da, auch das Zahlen an sich wird immer einfacher, was die Zunahme der E-Wallets als Zahlungsmittel beweist.

Gamingbranche in der Analyse

Doch auch die Spieleentwickler reagieren auf unser Konsumverhalten und ermöglichen mit optimierten Games das Spiel auf mobilen Endgeräten. Leichtere Bedienung, weniger Komplexität in den Spielstrategien und eine Ausrichtung auf schnellere Belohnungen sorgen dafür, dass wir länger an den neuen Automaten hängen bleiben. Dass dafür noch nicht einmal mit Echtgeldgewinnen gelockt werden muss, zeigen die sogenannten Social Casinos. Hier wird nur um Punkte gespielt. Das Spielcasino verdient nur noch an der Freischaltung von neuen Levels. 

Fazit dieser Sektorenanalyse

Die Ursachen für unser Konsumverhalten in der iGaming Branche sind seit jeher die gleichen wie in allen anderen Branchen, es geht um die Belohnung durch Glücksmomente. Dennoch hat der iGaming Markt gerade in der digitalisierten Welt besonders gute Erfolgsaussichten. Noch nie wurde es uns so leicht gemacht, unserem Spieltrieb freien Lauf zu lassen und uns auch einmal zwischendurch auf ein kleines Spiel oder eine Wette einzulassen. 

Die lukrativen Gewinntöpfe und monetären Belohnungen sind dabei gar nicht so wichtig, es zählt das gute Gefühl beim Spiel selbst, fast wie in alten Kindertagen.

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