Der Kupfermarkt steckt in einer Zwickmühle: Die Nachfrage wächst rasant, doch die größten Minen der Welt liefern weniger. Das bekommt auch der Global X Copper Miners ETF zu spüren. Das Fondsvolumen ist auf rund 8,28 Milliarden Dollar geklettert – ein klares Signal für das anhaltende Interesse an dem Industriemetall. Treiber ist ein prognostiziertes Angebotsdefizit von 35.000 Tonnen für das laufende Jahr.

Förderung bricht ein

In Chile, dem weltgrößten Kupferproduzenten, läuft es rund. Aber in die falsche Richtung. Der Staatskonzern Codelco verzeichnet einen Rückgang der nationalen Förderung um zehn Prozent. Noch schlimmer trifft es die Escondida-Mine von BHP: Die Produktion brach um 15,75 Prozent ein.

Parallel dazu liefern Minen in Indonesien, der Demokratischen Republik Kongo und Sambia weniger als erwartet. Die Raffineriekapazitäten sind eng. Neue Projekte brauchen Jahre für Genehmigungen. Die Industrie kommt nicht hinterher.

KI als neuer Nachfrage-Turbo

Die Energiewende war lange das Hauptargument für Kupfer. Jetzt kommt die Künstliche Intelligenz dazu. Rechenzentren für KI-Anwendungen verschlingen enorme Mengen des Metalls – für Stromnetze, Kühlung und Verkabelung.

Kupfer wird zum strategischen Rohstoff für die Tech-Branche. Auch Goldman Sachs sieht den Sektor als einen der Hauptprofiteure des KI-Booms. Der ETF notiert aktuell bei 89,79 Dollar und liegt deutlich über der 200-Tage-Linie von 73,54 Dollar. Der Aufwärtstrend bleibt intakt.

Die größten Positionen

Das Portfolio umfasst 41 Unternehmen aus Exploration, Minenbetrieb und Verarbeitung. Die größten Einzelpositionen: BHP Group mit 5,50 Prozent und Teck Resources mit 5,42 Prozent. Antofagasta PLC gehört ebenfalls zu den Top-Holdings. Die 25 größten Beteiligungen machen über 91 Prozent des Fondsvermögens aus.

Die Jahresperformance kann sich sehen lassen. Seit Januar steht ein Plus von 25,10 Prozent. Auf Jahressicht sind es sogar 112 Prozent. Allerdings liegt der ETF rund zehn Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 99,99 Dollar.

Was kommt als nächstes?

Die Märkte schielen auf den 30. Juni. Dann läuft eine US-Zollfrist ab, die den internationalen Handel mit Raffinadekupfer und Minenausrüstung betreffen könnte. Stützung erhält der Kurs durch den schwächeren Dollar, der den Rohstoff für internationale Käufer günstiger macht.

Ob es im zweiten Halbjahr weiter aufwärtsgeht, hängt davon ab, ob der Kupferpreis aus seiner Seitwärtsbewegung ausbricht. Die strukturellen Lieferengpässe und der KI-getriebene Nachfrageboom geben ein starkes Fundament. Die kurzfristige Volatilität bleibt aber hoch.