Ein explodierender Ölpreis, hartnäckige US-Inflation und ein politischer Eingriff aus Neu-Delhi setzen den Goldmarkt unter Druck. Anleger navigieren durch ein komplexes Umfeld. Auf Monatssicht verbucht die Feinunze ein Minus von rund dreieinhalb Prozent. Das Edelmetall leidet massiv unter neuen Zinsängsten.
Zinssorgen belasten den Kurs
Die US-amerikanischen Erzeugerpreise kletterten im April um sechs Prozent nach oben. Getrieben wird diese Entwicklung durch explodierende Energiekosten. Seit Ende Februar blockiert der Konflikt zwischen den USA und dem Iran faktisch die Straße von Hormuz, was den Ölpreis über die Marke von 100 Dollar je Barrel trieb.
Auch die Verbraucherpreise zogen zuletzt auf 3,8 Prozent an. Investoren streichen eine Zinssenkung der Federal Reserve für dieses Jahr zunehmend aus ihren Modellen. Stattdessen preisen Händler mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent für eine Zinserhöhung bis Dezember ein. Ein höheres Zinsniveau macht das zinslose Edelmetall unattraktiver.
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Neu-Delhi bremst die Importe
Parallel zum Inflationsschock in den USA greift die indische Regierung hart in den physischen Markt ein. Neu-Delhi erhöhte den effektiven Importzoll auf Gold und Silber von sechs auf 15 Prozent. Premierminister Narendra Modi hatte die Bevölkerung zuvor aufgerufen, ein Jahr lang auf Goldkäufe zu verzichten. Die Maßnahme soll die heimischen Devisenreserven schonen und den Druck auf die Rupie lindern.
Die Importe des Landes waren im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast ein Viertel auf einen Rekordwert von knapp 72 Milliarden US-Dollar gestiegen. An den indischen Handelsplätzen schossen die Preise nach der Ankündigung prompt in die Höhe. Analysten des World Gold Council bezweifeln die langfristige Wirksamkeit der Zollerhöhung. Sie warnen, dass ein erheblicher Teil der offiziellen Einfuhren durch Schmuggel ersetzt werden dürfte.
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Kapitalflucht aus dem weltgrößten ETF
Die institutionelle Zurückhaltung zeigt sich auch bei den börsengehandelten Fonds. Der SPDR Gold Shares, der weltgrößte Gold-ETF, verzeichnete in den vergangenen Tagen zwar leichte Zuflüsse. Auf das Gesamtjahr gesehen dominieren Abflüsse im Wert von rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Dabei schrumpften die Bestände um etwa 32 Tonnen.
Aktuell notiert der Goldpreis bei 4.690 US-Dollar und damit bereits unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresanfang behauptet der Kurs dennoch ein Plus von acht Prozent. Der strukturelle Rückenwind durch eine anhaltend hohe physische Nachfrage trifft nun auf die geldpolitische Realität in den USA. Solange die Blockade in der Straße von Hormuz die Energiepreise treibt, bleibt die US-Notenbank unter Druck — ein schwieriges Umfeld für schnelle Erholungsrallys.
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