Der iShares Global Clean Energy ETF markierte am Freitag mit 22,46 Dollar ein neues 52-Wochen-Hoch. Das Tagesplus lag bei 1,26 Prozent, die Wochenbilanz bei plus 3,07 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Gewinn von über 84 Prozent – ein imposanter Lauf.

Doch die technischen Signale trüben das Bild. Der RSI 14 liegt bei 89,7. Ein klares Überhitzungszeichen. Die überkaufteste Phase seit Monaten.

Bloom Energy als Turbo

Der Haupttreiber der Rallye ist Bloom Energy. Die Aktie des Brennstoffzellen-Spezialisten legte 2026 um über 200 Prozent zu. Grund: explodierender Strombedarf von KI-Rechenzentren. Ein milliardenschwerer Auftrag über 2,6 Milliarden Dollar vom KI-Infrastruktur-Anbieter Nebius gab zuletzt weiteren Schub.

Auch andere Schwergewichte zogen mit. Enphase Energy sprang um 13,7 Prozent, nachdem Goldman Sachs das Kursziel anhob. First Solar gewann über 7 Prozent durch anhaltende institutionelle Käufe. Plug Power profitierte von der finalen Investitionsentscheidung für sein britisches Wasserstoffprojekt Barrow Green Hydrogen.

Struktureller Rückenwind

Hinzu kommt ein branchenweiter Meilenstein: Wind- und Solarenergie haben Erdgas global als Stromquelle überholt – ein Signal, das die Stimmung im Sektor hebt. Der ETF bildet rund 100 Unternehmen ab, von Erneuerbaren über Halbleiter bis zur Netzinfrastruktur. Das verwaltete Vermögen liegt bei 2,81 Milliarden Dollar, die Kostenquote bei 0,39 Prozent.

Die Frage ist nun, wie lange die Rallye ohne Verschnaufpause weiterläuft. Der RSI von knapp 90 macht die Aktienkurse anfällig für Gewinnmitnahmen. Nächste Woche stehen keine neuen Katalysatoren an – Zeit für den Markt, die jüngsten Kursgewinne zu verdauen.