Der globale Markt für saubere Energien verzeichnete gestern deutliche Kurszuwächse, während neue Berichte das enorme Ausmaß der Investitionsströme in die Branche verdeutlichen. Der iShares Global Clean Energy ETF legte am Donnerstag um 1,5 % zu und schloss bei einem Kurs von 17,63 USD. Trotz dieser kurzfristigen Erholung steht für den vergangenen Monat ein Minus von 2,6 % zu Buche, was die anhaltende Volatilität im Sektor unterstreicht.

Billionen-Investitionen in saubere Energien

Ein gestern veröffentlichter Bericht der Energy Transitions Commission (ETC) verdeutlicht die Dynamik des Sektors: Die globalen Investitionen in saubere Energien erreichten im Jahr 2025 eine Summe von 2,1 Billionen Dollar. Erneuerbare Energieträger deckten dabei 99 % des weltweiten Stromzuwachses ab, wenngleich sie bislang nur 40 % des gesamten globalen Energiebedarfs ausmachen.

Besonders dominant zeigt sich China, das 83 % der weltweiten Ausrüstung für erneuerbare Energien produziert. In den USA hingegen wurden seit Anfang 2025 rund 21 Gigawatt an Clean-Energy-Kapazitäten gestrichen, während die fossilen Kapazitäten um 71 % zulegten.

In der Europäischen Union befinden sich laut dem Bericht derzeit Anlagen für erneuerbare Energien mit einer Kapazität von 375 Gigawatt sowie Speicherprojekte im Umfang von 455 Gigawatt in der Warteschlange für einen Netzanschluss.

KI-Strombedarf befeuert Deals für Speicher und Geothermie

Die rasant wachsende Nachfrage nach Energie für KI-Rechenzentren entwickelt sich zu einem wesentlichen Treiber für den Sektor. Berkshire-Hathaway-CEO Greg Abel warnte am Mittwoch in einem Interview, dass die Energieversorgung die größte Einschränkung für künftige Datenzentren darstellen wird.

Diese Entwicklung schlägt sich bereits in konkreten Großprojekten nieder: Das Unternehmen Eos Energy Enterprises verzeichnete gestern einen Kurssprung von 19 %, nachdem ein Abkommen über ein 350 Millionen Dollar schweres Solar- und Speicherprojekt in West Virginia bekannt wurde. Google fungiert hierbei als Partner und setzt erstmals auf die Zink-Langzeitspeicher-Technologie von Eos.

Parallel dazu sicherte sich Google gestern durch ein Abkommen mit Fervo Energy die Kapazitäten eines 396-Megawatt-Geothermieprojekts in Utah. Die Aktie von Fervo Energy stieg daraufhin um 28 %.

Analysten sehen in der Kopplung von sauberen Energien mit dem Rechenzentrums-Boom eine langfristige Chance für Ausrüster. So verfügt etwa GE Vernova über einen Auftragsbestand von 176 Milliarden Dollar, wobei allein im zweiten Quartal Buchungen im Wert von 24,2 Milliarden Dollar verzeichnet wurden.

Analysten blicken auf Kernkraft und Versorger

Auch der Bereich der Kernenergie rückt als stabile Komponente für den Energiebedarf der Tech-Giganten stärker in den Fokus. Jefferies-Analyst Laurence Alexander hat gestern die Beobachtung von Cameco mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 138 Dollar gestartet. Er verwies dabei auf die Bemühungen von 30 Ländern, ihre Kernkraftkapazitäten zu verdreifachen.

Im Bereich der Versorger zeigt sich ein differenzierteres Bild. Während Edison International am Donnerstag ein ungewöhnlich hohes Handelsvolumen verzeichnete, senkte JPMorgan das Kursziel für das Papier auf 61 Dollar und beließ die Einstufung auf „Neutral“.

Als Grund wurden unter anderem Haftungsrisiken im Zusammenhang mit Waldbränden in Kalifornien angeführt. In Indien setzt sich derweil die Konsolidierung fort: Inox Clean Energy kündigte die Übernahme der Vena Energy India Plattform an, wodurch das Unternehmen sein Portfolio auf eine operative Kapazität und Pipeline von insgesamt rund 4 Gigawatt erweitert.