Der iShares Global Clean Energy ETF sucht nach einem harten Rücksetzer den Boden. Nach einem Kursrutsch von fast 20 Prozent gegenüber dem letzten Hoch stabilisiert sich der Kurs am Donnerstag. Anleger wägen derzeit schwache Unternehmensdaten gegen den globalen Hunger nach grünem Strom ab.
Einzelne Schwergewichte im Portfolio dämpften zuletzt die Stimmung. Fluence Energy verlor nach enttäuschenden Quartalszahlen über elf Prozent an Wert. Das Unternehmen meldete einen negativen operativen Cashflow von 121 Millionen US-Dollar. Parallel dazu geriet Bloom Energy ins Visier von Leerverkäufern. Der Vorwurf lautet auf falsche Angaben zu Lieferketten in China. Bloom Energy widersprach dieser Darstellung umgehend. Keramikmaterialien würden nur zu einem Bruchteil aus chinesischem Scandiumoxid bestehen.
Reicht die Erholung am Donnerstag aus, um den Abwärtstrend dauerhaft zu brechen? Historisch gesehen folgten auf vergleichbare Kursrückgänge oft weitere Verluste. In nur sechs von 15 Fällen seit 2008 drehte der Trend innerhalb eines Jahres ins Positive. Dennoch gibt es Anzeichen für eine technische Stabilisierung. Der Relative-Stärke-Index (RSI) nähert sich mit einem Wert von 42,2 dem neutralen Bereich.
Solar-Boom und steigende Ölpreise
Das makroökonomische Umfeld liefert Rückenwind für Erneuerbare. Brent-Öl verteuerte sich nach dem Ende des US-Iran-Memorandums auf knapp 80 US-Dollar. Dieser Preisschub beschleunigt den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen weltweit. Auf den Philippinen explodierten die Importe von Solarmodulen zuletzt um 139 Prozent. Zwischen Februar und Mai flossen über 400 Millionen US-Dollar in neue Hardware.
In den USA treibt die staatliche Förderung den Ausbau massiv voran. Die Branche rechnet für das Gesamtjahr mit einem Zubau von rund 43.000 Megawatt. Viele Projekte wurden wegen attraktiver Steuererleichterungen vorgezogen. Sie mussten vor dem 4. Juli starten, um die Förderung bis 2030 zu sichern.
Relative Stärke im Vergleich
Der ETF notiert aktuell bei 19,43 US-Dollar. Mit einem Plus von fast 16 Prozent seit Jahresbeginn schlägt er den breiten Markt deutlich. Der S&P 500 kommt im gleichen Zeitraum lediglich auf einen Zuwachs von knapp zehn Prozent.
Kurzfristig bleibt die Volatilität mit 45,68 Prozent hoch. Dennoch stützt die steigende Nachfrage durch KI-Rechenzentren die langfristigen Aussichten. Die Tech-Konzerne benötigen gigantische Mengen an sauberer Energie für ihre Nachhaltigkeitsziele. Der Trend zu CO2-neutralem Strom scheint unumkehrbar.
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