Der iShares MSCI Global Gold Miners ETF verzeichnete am gestrigen Mittwoch einen deutlichen Kursrückgang, da die Kombination aus steigenden Renditen bei Staatsanleihen und volatilen Rohstoffpreisen das Segment der Goldproduzenten unter Druck setzte.

Das Papier beendete den Handelstag mit einem Minus von 1,5 % bei einem Schlusskurs von 76,61 USD. Damit setzte sich die Schwächephase der vergangenen Tage fort, in der die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung am Zinsmarkt gedämpft wurde.

Zusammenspiel von Energiepreisen und Zinsen

Die Abwärtsbewegung im Minensektor wurde maßgeblich durch die Entwicklungen am Rentenmarkt und die jüngsten Preissteigerungen im Energiesektor getrieben. Medienberichten zufolge belasteten vor allem die gestiegenen Ölpreise die Stimmung.

Höhere Energiekosten wirken sich doppelt negativ auf Goldminen aus: Einerseits erhöhen sie die operativen Kosten der Förderung, andererseits schüren sie Inflationsängste, was die Erwartungshaltung gegenüber der US-Notenbank Fed beeinflusst.

Besonders am Montag war der Verkaufsdruck massiv, als der Goldpreis zeitweise um bis zu 4 % auf 4.111 USD pro Unze einbrach. Laut Reuters erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zu diesem Zeitpunkt den höchsten Stand seit Juni 2007. Da Gold keine Zinsen abwirft, steigen bei höheren Renditen die Opportunitätskosten für Anleger, was regelmäßig zu Umschichtungen aus dem Edelmetallsektor führt. Mit dem gestrigen Kursrückgang notiert der ETF nun 24 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im März erreicht worden war.

Goldpreis-Entwicklung dämpft Minen-Sentiment

Zwar gab es am Dienstag einen kurzzeitigen Erholungsversuch, bei dem der Goldpreis um rund 1 % zulegen konnte, doch blieb dieser Vorstoß nicht von Dauer. Persistent hohe Inflationssorgen und die Erwartung einer weiterhin restriktiven Geldpolitik begrenzten die Kursgewinne. Am gestrigen Nachmittag gab der Goldpreis erneut nach und notierte bei etwa 4.152,86 USD pro Unze.

Diese Schwäche spiegelte sich unmittelbar in den Kursen der Branchenvertreter wider. In Kanada, einem der wichtigsten Standorte für die globale Bergbauindustrie, fielen die Aktienkurse zahlreicher Minenbetreiber im Schnitt um 1,3 %. Da der iShares MSCI Global Gold Miners ETF die Wertentwicklung dieses Sektors bündelt, konnten sich die Anleger dem negativen Sog der Leitbörsen nicht entziehen.

Arbeitsmarktbericht als nächster Signalgeber

Für die weitere kurzfristige Ausrichtung des Fonds wird der morgige Freitag als entscheidend angesehen. Dann stehen die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten zur Veröffentlichung an. Dieser Bericht gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Fed, um den künftigen Zinspfad festzulegen. Ein robuster Arbeitsmarkt könnte die Sorgen vor weiteren Zinsschritten zementieren und damit den Druck auf den Goldsektor aufrechterhalten.

Die Marktteilnehmer reagieren derzeit äußerst sensibel auf makroökonomische Daten, die Einfluss auf den US-Dollar und die Anleiherenditen haben könnten. Solange die Unsicherheit über den künftigen Zinskurs anhält, dürften Goldminenaktien weiterhin eine erhöhte Volatilität aufweisen.

Anleger blicken daher gespannt auf die morgigen Zahlen, um abschätzen zu können, ob die Unterstützungslinien im Sektor halten oder ob sich der Trend der letzten Tage verschärft.