Globale Aktienfonds verzeichneten in der Woche bis zum 20. Mai ihren ersten Nettomittelabfluss seit neun Wochen. Rund 6,1 Milliarden Dollar flossen ab. Der MSCI World ETF schloss die Woche dennoch im Plus — und das erklärt sich nicht trotz seiner Zusammensetzung, sondern wegen ihr.
Anleiherenditen als Belastungsprobe
Der Auslöser für die veränderte Stimmung kam vom Anleihemarkt. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte am Mittwoch auf 5,201 Prozent — den höchsten Stand seit 2007. Anschließend gab sie auf rund 5,08 Prozent nach. Höhere Langfristzinsen drücken auf die Risikobereitschaft der Anleger und machen Aktien relativ unattraktiver.
US-amerikanische Aktienfonds verloren in dieser Woche netto 12,05 Milliarden Dollar. Europäische Fonds zogen hingegen 4,62 Milliarden Dollar an. Schwellenländerfonds verzeichneten den vierten Abfluss in Folge, diesmal 2,95 Milliarden Dollar. Für einen ETF, der ausschließlich Industrieländer abbildet, ist diese regionale Verschiebung relevant.
Technologiesektor als Puffer
Was den ETF stützte: Technologiefonds verzeichneten trotz des Gesamtabflusses zum siebten Mal in Folge Nettozuflüsse — diesmal 6,94 Milliarden Dollar. Das ist kein Zufall, wenn man die Portfoliostruktur kennt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei MSCI World ETF?
Die größten Positionen des ETF spiegeln die Dominanz der US-Megacaps wider:
- NVIDIA: 6,06 %
- Apple: 4,97 %
- Microsoft: 3,33 %
- Amazon: 2,82 %
- Alphabet (A + C): zusammen 4,67 %
Finanzwerte und Industrietitel verloren dagegen Kapital. Ihre Abflüsse summierten sich auf rund 4,1 Milliarden Dollar. Der ETF profitierte davon, dass sein Schwergewicht genau dort liegt, wo Geld hinfließt.
Kurs nahe am Jahreshoch
Der ETF schloss am Freitag bei 202,54 Dollar — nur einen Wimpernschlag vom 52-Wochen-Hoch bei 202,74 Dollar entfernt. Auf Wochensicht legte er 1,3 Prozent zu, auf Monatssicht knapp 4 Prozent. Der RSI liegt bei 94,6, was technisch auf eine deutliche Überkauft-Situation hinweist.
Die Wochenbewegung verlief nicht geradlinig. Am 19. Mai gab der Kurs nach und markierte dabei die Unterstützungszone zwischen 198,41 und 198,79 Dollar. An den übrigen vier Handelstagen legte er zu. Das Wochenhoch von 203,34 Dollar bildet nun den nächsten Widerstand.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei MSCI World ETF?
BlackRock weist für den ETF eine Jahresrendite von 8,83 Prozent auf NAV-Basis aus. Das Fondsvermögen beläuft sich auf knapp 8 Milliarden Dollar, die Kostenquote auf 0,24 Prozent.
Konkurrenz mit breiterem Ansatz
Wer globale Streuung über Industrieländer hinaus sucht, findet Alternativen. Der iShares MSCI ACWI ETF umfasst auch Schwellenländer, hält über 2.200 Positionen und kostet 0,32 Prozent jährlich. Der SPDR Portfolio MSCI Global Stock Market ETF deckt mit fast 3.000 Titeln rund 99 Prozent des globalen Aktienuniversums ab — bei einer Kostenquote von nur 0,09 Prozent.
Der MSCI World ETF bleibt ein reines Industrieländer-Vehikel. In einer Woche, in der Schwellenländerfonds erneut Kapital verloren, war das kein Nachteil.
Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob die Zuflüsse in Technologiefonds anhalten. Solange NVIDIA, Apple und Microsoft die Indexperformance treiben, federt das den Gegenwind durch steigende Anleiherenditen ab. Gibt die Technologiestärke nach, fehlt dem ETF sein wichtigstes Gegengewicht.
MSCI World ETF: Kaufen oder verkaufen?! Neue MSCI World ETF-Analyse vom 23. Mai liefert die Antwort:
Die neusten MSCI World ETF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für MSCI World ETF-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
MSCI World ETF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


