Nach vier Monaten Dauerflucht kehrt das Kapital zurück. Investoren pumpen wieder massiv frisches Geld in Silber-ETFs. Vorausgegangen war ein heftiger Preisrutsch im Edelmetallmarkt.

Der Fed-Schock drückt den Preis

Der neue Mann an der Spitze der US-Notenbank löste die Talfahrt maßgeblich aus. Unter Fed-Chef Kevin Maxwell Warsh strichen die Märkte ihre erwarteten Zinssenkungen für 2026 komplett. Der US-Dollar reagierte sofort auf diese harte Linie. Der Dollar-Index kletterte rasant von 97,6 auf 101,6 Punkte.

Edelmetalle gerieten durch diese Entwicklung massiv unter Druck. Der Silberpreis brach im Juni um 14,4 Prozent ein. Das markierte den tiefsten Stand seit Monaten. Viele Anleger flüchteten zunächst an die Seitenlinie und zogen Gelder ab.

Schwache US-Daten drehen den Markt

Parallel dazu lieferte der US-Arbeitsmarkt eine handfeste Überraschung. Im Juni entstanden lediglich 57.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Analysten hatten im Vorfeld mit 110.000 neuen Jobs gerechnet.

Die schwachen Daten veränderten die Markterwartungen schlagartig. Laut dem CME FedWatch-Tool sank die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen im September steigen, auf 50 Prozent. Vor dem Arbeitsmarktbericht lag dieser Wert noch bei 66 Prozent.

Die Folge: Silber erholte sich rasant. Der Preis für eine Unze kletterte bis Freitag über die Marke von 62 US-Dollar. Damit verzeichnete das Edelmetall einen Wochengewinn von fast sechs Prozent. Investoren nutzen den vorherigen Absturz offensichtlich als willkommene Einstiegschance.

Auch strukturelle Faktoren treiben das frische Kapital aktuell in die Anlageklasse. Anleger suchen angesichts volatiler Aktienmärkte und geopolitischer Spannungen nach sicheren Häfen. Institutionelle Investoren positionieren sich nun für die nächsten geldpolitischen Schritte der Fed. Niedrigere Leitzinsen würden die Opportunitätskosten für das zinslose Silber weiter senken.