Der UBS Solactive Global Pure Gold Miners ETF ist in eine Korrektur gerutscht. Seit Februar verlor der Fonds fast 21 Prozent. Ein starker Dollar und die Fed bremsen die Branche.
Goldminen-Titel stehen vor einer paradoxen Situation. Der Goldpreis selbst notiert mit rund 4.156 Dollar je Unze auf hohem Niveau. Die Minenaktien bilden das aber nicht ab — die meisten notieren mit deutlichem Abschlag.
Günstige Bewertung trotz Rekordgold
Analysten von Bank of America sehen hier eine historische Diskrepanz. Die Bewertung der Minenunternehmen (Kurs/Nettoinventarwert) impliziere einen Goldpreis von nur 3.354 Dollar. Das sind 19 Prozent unter dem aktuellen Spotpreis. Die Minenaktien sind also vergleichsweise günstig.
UBS geht sogar noch weiter. Die Schweizer Großbank erwartet einen Goldpreis von 5.200 Dollar innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die aktuelle Schwäche sieht UBS als Einstiegsgelegenheit. Geopolitische Spannungen und Diversifikationsbedarf treiben die Nachfrage.
Gemischte Quartale der Konzerne
Die Einzeltitel im ETF zeigen ein uneinheitliches Bild. Alamos Gold meldete hochhaltige Bohrergebnisse seiner Island-Gold-Mine. Analysten bleiben bei „Kaufen“, senkten das Kursziel aber von 57 auf 50 Dollar.
Kinross Gold übertraf die Erwartungen: 0,71 Dollar Gewinn je Aktie, der Markt hatte 0,68 Dollar erwartet. Auch Barrick Gold überraschte positiv mit 0,98 Dollar pro Aktie. Der Umsatz blieb mit 4,11 Milliarden Dollar allerdings unter der Prognose von 4,75 Milliarden Dollar.
Gold Fields sicherte sich derweil eine Absichtserklärung für das Windfall-Projekt in Kanada. Die erste Förderung soll noch 2026 starten.
Bremse Fed, Unterstützung Notenbanken
Der stärkste Gegenwind kommt aus den USA. Die Fed hielt die Zinsen bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Der Ton bleibt hawkish. Der Dollar-Index kletterte in Richtung seines 52-Wochen-Hochs. Die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent für eine weitere Zinserhöhung im September ein.
Auf der anderen Seite stützen die Zentralbanken den Goldmarkt. 89 Prozent von ihnen planen, ihre Goldreserven im kommenden Jahr aufzustocken. China importierte im Mai 163 Tonnen Gold — so viel wie seit März 2024 nicht mehr.
Technische Lage und Ausblick
Der ETF notiert mit einem RSI von 42,4 Punkten im moderat überverkauften Bereich. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 50 Prozent. Die Frage ist, ob die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Dollar beim Goldpreis hält. Sie dient als entscheidende Unterstützung für die Minenprofite.
Sollte der Goldpreis diese Schwelle verteidigen, könnten die günstigen Bewertungen der Minenaktien wieder wirken. Fällt sie, droht weiterer Druck — bis zum Junitief bei 36,16 Euro. Der Countdown für die nächste Fed-Entscheidung läuft.
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