Künstliche Intelligenz frisst Strom – und zwar gewaltige Mengen. Schon 2028 könnten Rechenzentren zwölf Prozent des gesamten US-Stroms verbrauchen. Das weckt schlafende Riesen: Atomkraftwerke, einst totgesagt, erleben ein Revival. Kein Wunder, dass ein ETF darauf anspringt.
Der VanEck Uranium+Nuclear Energy ETF (NLR) hat im vergangenen Jahr 37 Prozent zugelegt. Das ist kein Zufall. Denn die großen Cloud-Konzerne schließen direkte Stromabnahmeverträge mit Kernkraftbetreibern. Sie sichern sich so verlässliche, CO₂-arme Energie für ihre KI-Cluster. Gleichzeitig treiben sie die Kommerzialisierung kleiner modularer Reaktoren voran.
Stromhungrige KI-Rechenzentren
Der ETF bildet den MVIS Global Uranium & Nuclear Energy Index ab. Dieser erfasst Unternehmen aus dem Uranbergbau, dem Bau von Reaktoren, der Stromproduktion und der Ausrüstung für die Nuklearindustrie. Die Sektorenverteilung zeigt ein klares Bild: Energieanteil 45 Prozent, Versorger 38 Prozent, Industrie 15 Prozent. Die größten Positionen sind Constellation Energy (acht Prozent), BWX Technologies und Public Service Enterprise Group.
Das ETF-Vermögen liegt bei 4,87 Milliarden Dollar. Gestartet ist der Fonds bereits 2007 – lange bevor niemand über KI-Strombedarf sprach.
Die Position des ETFs
Im wachsenden Markt für Kernkraft-Investments hat der NLR eine besondere Nische. Er kombiniert Versorger und Uranminenbetreiber. Andere ETFs fokussieren enger: Der Range Nuclear Renaissance Index ETF setzt vor allem auf Reaktorbetreiber und SMR-Entwickler. Der Global X Uranium ETF konzentriert sich auf Uranförderer. Der NLR bietet dagegen eine breite Beteiligung an der gesamten Wertschöpfungskette – vom Rohstoff bis zum Stromnetz.
Die langfristigen Aussichten bleiben konstruktiv. Elektrifizierung, Energiesicherheit und die KI-Nachfrage treiben die Nachfrage. Atomkraft liefert grundlastfähigen, kohlenstofffreien Strom – ein entscheidender Vorteil in der zukünftigen Energieversorgung. Die wachsende Zusammenarbeit mit Technologiekonzernen unterstreicht die strategische Bedeutung dieses Sektors.
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