Amazon sichert sich Kernenergie für den wachsenden Strombedarf seiner Rechenzentren. Der Konzern hat mit Constellation Energy einen Stromliefervertrag über 20 Jahre geschlossen. Er soll Investitionen von mehr als drei Milliarden Dollar in das Kernkraftwerk Calvert Cliffs in Maryland ermöglichen.
690 Megawatt aus Maryland
Der Vertrag umfasst 690 Megawatt. Darin enthalten sind rund 190 Megawatt zusätzliche emissionsfreie Kapazität, die zwischen 2030 und 2032 ans Netz gehen sollen. Einen neuen Reaktor braucht es dafür nicht. Constellation will die Leistung der bestehenden Anlage durch Modernisierungen steigern.
Für Amazon ist der Deal ein Hebel gegen schwankende Energiepreise. Der Konzern kann einen Teil seines künftigen Bedarfs langfristig absichern. Der Strom fließt weiter ins regionale PJM-Netz, Amazon nutzt ihn für seine Einrichtungen in der Region.
Constellation gewinnt Planungssicherheit. Die langfristigen Einnahmen sollen helfen, die Betriebsgenehmigungen der beiden Reaktoren um weitere 20 Jahre zu verlängern. Bisher laufen sie bis 2034 beziehungsweise 2036. Constellation-Chef Joe Dominguez sieht in der Zusage zudem eine Basis für weitere Investitionen am Standort.
Die Börse nahm die Nachricht freundlich auf. Im nachbörslichen Handel legte Amazon leicht auf rund 250 Dollar zu, Constellation stieg stärker.
Charttechnik und Cloud-Rückenwind
Die Aktie schloss am Mittwoch bei gut 251 Dollar, ein Plus von rund 1,6 Prozent. Fundamental stützt die Cloud-Sparte AWS. Sie wuchs im zweiten Quartal mit knapp 37 Prozent so schnell wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Hinzu kommt der Börsenprospekt von Anthropic: Der KI-Entwickler, an dem Amazon beteiligt ist, will über rund zehn Jahre mehr als 100 Milliarden Dollar für Rechenleistung bei AWS ausgeben.
57 von 59 Analysten raten zum Kauf. Das mittlere Kursziel liegt bei knapp 330 Dollar.
Charttechnisch bleibt die Lage zäh. Die 200-Tage-Linie bei etwa 244 Dollar hat den Rücksetzer vom Augusthoch bislang aufgefangen. Darüber wartet ein dichter Widerstandsbereich zwischen 254 und 255 Dollar.
Erst ein Sprung über diese Marke eröffnet Platz bis 266 Dollar und darüber bis 278,56 Dollar. Fällt die Aktie unter die 200-Tage-Linie, rücken 238 Dollar und die Sommertiefs um 226 Dollar in den Blick.
Der nächste fundamentale Termin steht fest: Die Quartalszahlen werden am 29. Oktober erwartet.
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