Niedrige Pegelstände am Rhein bringen BASF ins Straucheln: Der Konzern hat am Montag einzelne Produktionen gedrosselt, weil die Anlieferung von Rohstoffen und der Abtransport von Produkten über den Fluss eingeschränkt sind.

Kunden wurden bereits informiert, dass bestimmte Produkte nicht mehr im vollen Umfang lieferbar sind, berichtete Reuters. Für den Ludwigshafener Stammsitz, den größten Chemiestandort Europas, ist die Rheinschifffahrt eine zentrale Logistikader.

Vorstandschef Markus Kamieth gab sich dennoch gelassen. Bei einem Spatenstich für den Ausbau des Kombiverkehrsterminals in Ludwigshafen signalisierte er, dass signifikante Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis 2026 nicht zu erwarten seien. Die Aussage fällt in eine Phase, in der BASF sein Ergebnis erst vor gut drei Wochen deutlich angehoben hatte – seither hat die Aktie um 1,1 Prozent zugelegt.

Neues Terminal soll Wetterextreme abfedern

Der Spatenstich selbst markiert den Beginn eines Projekts, das genau jenes Risiko künftig abmildern soll, das aktuell zum Problem wird. Die beiden ältesten Umschlagmodule des Kombiverkehrsterminals werden durch eine moderne Anlage ersetzt, die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen.

Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, die Bundesregierung beteiligt sich mit knapp 51 Millionen Euro. Ziel ist es, die Logistik robuster gegen Wetterextreme wie das aktuelle Niedrigwasser zu machen – ein Umbau, der angesichts wiederkehrender Rhein-Probleme strategische Bedeutung für den Standort Ludwigshafen bekommt.

Parallel treibt BASF sein operatives Geschäft an mehreren Fronten voran. In Mumbai eröffnete der Konzern ein neues Performance Lab für Windeln und Superabsorber, das Kunden weltweit mit technischen Services unterstützen soll.

Am Agrarzentrum Limburgerhof investiert die Sparte Agricultural Solutions einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues Climate Center, um Forschungs- und Zulassungskompetenz zu stärken. In Nordamerika brachte BASF zudem die zweite Generation seines tragbaren Datengeräts xarvio CONNECT für die digitale Landwirtschaft auf den Markt.

Kapitalrückführung läuft trotz operativer Störung weiter

Von den Produktionsdrosselungen unberührt bleibt das laufende Aktienrückkaufprogramm. Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte BASF bereits 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft und dabei rund 3,5 Prozent des Grundkapitals eingezogen. Das neue, bis Ende April 2027 laufende Programm sieht ein weiteres Volumen von bis zu 1,0 Milliarde Euro vor und ist Teil eines auf vier Milliarden Euro angelegten Gesamtprogramms bis Ende 2028. Zusätzlich plant der Konzern, im dritten Quartal Anleihen und Kredite mit einem Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen.

An der Börse notiert die BASF-Aktie aktuell bei 51,00 Euro, nachdem sie gestern um 1,3 Prozent zugelegt hatte. Damit liegt das Papier weiterhin 7,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, gleichzeitig aber deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 48,34 Euro.

Die Rhein-Problematik dürfte kurzfristig für Unsicherheit sorgen, dürfte laut den Aussagen des Vorstandschefs jedoch keine strukturelle Belastung für das Jahresergebnis darstellen. Am 28. Oktober wird BASF im Rahmen der Telefonkonferenz zur Quartalsmitteilung Q3 2026 zeigen, ob sich diese Einschätzung bestätigt.