Ceres Power erlebt an der Börse einen tiefen Fall. Trotz ambitionierter Pläne im Bereich der Rechenzentren rutschte das Papier am Freitag deutlich ab. Anleger reagieren empfindlich auf die jüngste Kapitalerhöhung.

Der Aktienkurs sank im Freitagshandel um 7,22 Prozent auf 5,59 Euro. Damit setzt sich eine negative Dynamik fort, die das Papier innerhalb eines Monats um rund 41 Prozent nach unten drückte.

Die Euphorie vom Mai, als die Aktie noch bei 10,48 Euro notierte, scheint vorerst verflogen. Dennoch bleibt die Bilanz seit Jahresbeginn mit einem Plus von über 120 Prozent beeindruckend.

Partnerschaften für die KI-Infrastruktur

Parallel dazu treibt Ceres Power die Kommerzialisierung seiner Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) voran. Eine Allianz mit Centrica und Delta Electronics soll die Energieversorgung europäischer Rechenzentren unterstützen. Diese Anlagen benötigen aufgrund des KI-Booms enorme Mengen an CO2-armem Strom abseits des klassischen Stromnetzes.

Das Modell setzt auf Lizenzen und Dienstleistungen. Centrica übernimmt dabei Installation und Wartung der Systeme. Ceres Power will so ohne teure eigene Fabriken von globalen Lizenzgebühren profitieren.

Kapitalerhöhung belastet den Kurs

Die aktuelle Kursschwäche hat einen konkreten Grund. Das Unternehmen sammelte kürzlich rund 103 Millionen Britische Pfund bei institutionellen Investoren ein. Dafür gab Ceres Power 18 Millionen neue Aktien aus.

Dieser Schritt sorgt für eine erhebliche Verwässerung der Altaktionäre. Da das Unternehmen die neuen Papiere mit einem Abschlag zum Marktpreis ausgab, entstand technischer Verkaufsdruck.

Charttechnisch nähert sich die Aktie einer kritischen Zone. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 35 und deutet auf einen überverkauften Zustand hin. Während der Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt notiert, bleibt er über der 200-Tage-Linie von 4,33 Euro.

Marktbeobachter mahnen zur Geduld. Die Partnerschaften mit Schwergewichten wie Shell validieren zwar die Technologie. Allerdings braucht der Aufbau einer industriellen Fertigung Zeit. Anleger wiegen derzeit das langfristige Potenzial im Wasserstoffmarkt gegen die kurzfristigen Risiken der Umsetzung ab.