Ein Kühlungsproblem hat am Freitag die gesamte Chicago Mercantile Exchange lahmgelegt. Sämtliche elektronischen Handelsaktivitäten mussten gestoppt werden – ein beispielloser Vorfall an einer der wichtigsten Terminbörsen der Welt. Betroffen waren Futures auf Öl, Gold, Treasuries und die großen US-Indizes wie S&P 500 und Nasdaq 100.

Die Ursache liegt bei CyrusOne, einem Rechenzentrums-Dienstleister der CME Group. Dort kam es zu einer Störung der Kühlsysteme, die den kompletten Betrieb zum Erliegen brachte. Die CME bestätigte um 3:00 Uhr GMT den Handelsstopp über alle Plattformen hinweg – auch die Devisenplattform EBS war betroffen.

Märkte eingefroren

Die Auswirkungen waren unmittelbar spürbar. Kurse für S&P 500 und Nasdaq 100 Futures wurden nach 3:44 Uhr GMT nicht mehr aktualisiert. Auch die wichtigsten Währungspaare wie Dollar/Euro und Dollar/Yen standen still. „Das ist ein Alptraum“, kommentierte ein Händler, der anonym bleiben wollte.

Besonders brisant: Der Ausfall traf die Märkte in einer ohnehin dünnen Handelsphase nach dem US-Feiertag Thanksgiving. Die Preisbildung bei wichtigen Rohstoffen und Finanzinstrumenten war stundenlang gestört. CME-Derivate gelten als globale Benchmarks – ihr Ausfall hat weitreichende Folgen für die Liquidität an den Weltmärkten.

Technisches Versagen mit Folgen

Die CME Group arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an der Behebung des Problems. In einer Stellungnahme hieß es, man werde die Marktteilnehmer über Details zur Wiedereröffnung informieren, sobald diese verfügbar seien. CyrusOne selbst äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Für die CME Group ist dieser Totalausfall ein erheblicher Imageschaden. Die Börse vermarktet sich als hochzuverlässige Infrastruktur für den globalen Derivatehandel. Dass nun ausgerechnet ein simples Kühlungsproblem den gesamten Betrieb zum Stillstand bringt, wirft Fragen zur Redundanz der technischen Systeme auf. Anleger dürften genau beobachten, wie schnell die Börse den normalen Betrieb wiederherstellen kann – und welche Maßnahmen ergriffen werden, um solche Ausfälle künftig zu verhindern.