Der DAX zeigt sich nach einem starken Mai mit neuem Allzeithoch bei 24.326 Punkten in einer Atempause. Zum Wochenende schloss der Index knapp unter der psychologisch wichtigen 24.000-Punkte-Marke. Doch was bremst den deutschen Leitindex aktuell aus?

US-Zollpolitik: Juristisches Pingpong verunsichert Märkte

Die widersprüchlichen Gerichtsentscheidungen zu den Trump’schen Importzöllen halten Anleger in Atem. Ein US-Bundesgericht erklärte die Zölle zunächst für ungültig – nur um diese Entscheidung kurz darauf durch ein Berufungsgericht wieder aussetzen zu lassen. Diese rechtliche Hängepartie sorgt für spürbare Nervosität im DAX.

EZB unter Druck: Inflationsdaten feuern Zinssenkungserwartungen an

Die jüngsten Teuerungsraten aus Europa nähren Spekulationen über eine baldige Leitzinssenkung:

  • Deutschland: Inflation verharrt bei 2,1%
  • Spanien/Italien: Rückgang auf 1,9%
  • Frankreich: Deutlicher Einbruch auf 0,6%

Die Märkte preisen bereits eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ein. Doch ist das wirklich ausreichend, um die europäische Konjunktur zu stützen?

USA: Düstere Konjunktursignale belasten Stimmung

Auch aus Übersee kommen keine ermutigenden Impulse:

  • Konsumausgaben: +0,2% im April (minimal)
  • BIP-Wachstum: Jahreshochgerechnet -0,2% im Q1

Trotz dieser schwachen Daten zeigt sich die Fed bisher unbeeindruckt und belässt den Leitzins unverändert. Ein riskantes Spiel – oder weise Voraussicht?

Aktuelle DAX-Treiber im Überblick:

  • Anhaltende Zoll-Unsicherheiten
  • EZB-Zinssenkungserwartungen
  • Schwächere US-Konjunkturdaten
  • Konsolidierung nach 6,7% Mai-Plus

Die nächsten Kursimpulse dürften von zwei Faktoren abhängen: Klarheit in der US-Zollpolitik und den geldpolitischen Weichenstellungen der EZB. Bleibt der DAX stabil über 23.800 Punkten, könnte die Aufwärtsdynamik bald neue Kraft entfalten.