Nach dem Rekordhoch vom Freitag tritt der DAX am Montag erstmal auf die Bremse. Der Auslöser liegt nicht in Frankfurt, sondern in der Straße von Hormus.

Das US-Militär griff nach eigenen Angaben iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak an, um die Verlegung neuer Seeminen zu verhindern. Teheran reagierte mit einem Vergeltungsschlag gegen US-Stützpunkte in Jordanien – acht Raketen wurden nach Angaben der jordanischen Armee abgefangen, Schäden blieben aus. Die Situation bleibt angespannt, auch wenn Marktbeobachter aktuell nicht von einer großflächigen Eskalation ausgehen.

Ölpreis zieht die Stimmung nach unten

Die Ölmärkte reagierten unmittelbar: Brent kletterte auf rund 91 US-Dollar je Barrel. Durch die Straße von Hormus fließt normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Ölmenge – eine Blockade trifft die Versorgungslage empfindlich. Der X-DAX signalisierte vor Handelsbeginn ein Minus von 0,2 Prozent auf rund 26.520 Punkte, die DAX-Futures gaben ähnlich moderat nach.

Hinzu kommt Gegenwind von der Zinsfront. Fed-Chef Kevin Warsh hatte am Freitag mit falkenhaften Aussagen die Erwartung geschürt, dass der nächste US-Zinsschritt nach oben statt nach unten geht. Das drückte bereits am Freitagabend auf die US-Indizes und zog am Montagmorgen auch die asiatischen Börsen mit – Nikkei und Hang Seng notierten schwächer, während der Shanghai Composite dank eines überraschend starken Einkaufsmanagerindex leicht zulegte.

Inflationsdaten und EZB-Sitzung im Blick

Am Nachmittag liefert das Statistische Bundesamt die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise für August. Die Landesbank Helaba rechnet mit einer Teuerungsrate von 2,9 Prozent – deutlich über der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent.

Nach den bereits erhöhten Preisdaten aus Frankreich und Spanien vom Freitag dürfte das die EZB in ihrem Plan bestärken, den Leitzins in der kommenden Woche anzuheben. Am Markt gilt dieser Schritt allerdings schon als weitgehend eingepreist.

Unternehmensseitig bleibt der Nachrichtenkalender am Montag dünn. Bayer meldete am Rand des Kardiologie-Kongresses positive Daten zu seinem Nieren- und Herzmedikament Kerendia, das nun auch bei hypertensiver Nephropathie Wirkung zeigt. Am Vormittag stehen zudem die Halbjahreszahlen von Sto auf der Agenda.

Der Rücksetzer nach dem Rekordhoch bleibt moderat – die entscheidende Frage ist, wie sich die Lage in der Straße von Hormus in den kommenden Tagen entwickelt. Bleibt die Eskalation begrenzt, dürfte der Ölpreisschub schnell wieder abklingen. Weitet sich der Konflikt aus, geraten sowohl die Inflationsaussichten als auch die Rekordlaune am Aktienmarkt neu unter Druck.