E.ON hat sich am Freitag an die Spitze des DAX gesetzt. Die Aktie legte um 4,19 Prozent auf 19,14 Euro zu und verringerte den Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf rund sechs Prozent. Zwei Faktoren trieben den Kurs: eine neue Großanlage in Belgien und ein freundliches Marktumfeld.

Neue Anlage liefert Strom für 40.000 Haushalte

E.ON hat gemeinsam mit Imerys Graphite & Carbon eine Energierückgewinnungsanlage in Willebroek in Betrieb genommen. Die Anlage wandelt industrielles Synthesegas in Strom um – mit einer Leistung von 29 Megawatt. Das reicht rechnerisch für den Jahresverbrauch von rund 40.000 Haushalten.

Ein Teil des Stroms versorgt den Imerys-Standort selbst. Überschüssige Energie fließt ins belgische Netz. Das Projekt zeigt: E.ON baut dezentrale Industrielösungen aus und spart CO₂ ein.

Zinshoffnung treibt den Sektor

Parallel dazu entspannte sich das Zinsumfeld. Der US-Arbeitsmarktbericht vom Donnerstag dämpfte die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen. Der DAX markierte neue Rekordstände.

Für Versorger wie E.ON sind stabile Zinsen essenziell. Der Konzern investiert massiv in den Netzausbau – oft fremdfinanziert. E.ON hatte sich bereits im Januar mit Anleihen über 1,6 Milliarden Euro eingedeckt.

Charttechnisch solide, Ausblick kommt

Die Aktie notiert klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 17,45 Euro. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16,35 Prozent.

Der nächste Termin: voraussichtlich August 2026, wenn E.ON die Zahlen für das zweite Quartal vorlegt. Bis dahin entscheiden die Zinspolitik der EZB und die regulatorischen Vorgaben beim Netzausbau über die Kursrichtung.