Enphase Energy hat eine turbulente Handelswoche mit einem neuen 52-Wochen-Hoch beendet. Nach einem heftigen Rücksetzer am Dienstag startete das Papier eine Rallye von mehr als 35 Prozent innerhalb von drei Tagen.

Neue Märkte in der KI-Infrastruktur

Der Kurssprung speist sich aus der Hoffnung auf eine tragende Rolle bei der Stromversorgung von KI-Rechenzentren. Branchenberichte prognostizieren eine Umstellung auf effizientere 800V-Gleichstrom-Architekturen. Enphase reagierte darauf mit der Veröffentlichung technischer Details zur Galliumnitrid-Technologie (GaN).

Diese Halbleiter-Lösung soll die Effizienz steigern und den Platzbedarf in Rechenzentren reduzieren. Marktbeobachter schätzen das Potenzial für Festkörpertransformatoren bis zum Jahr 2030 auf ein Volumen von zehn Gigawatt. Für Enphase könnte dies ein zusätzliches Umsatzpotenzial von rund 910 Millionen US-Dollar bedeuten.

Citigroup warnt vor Bewertung

Die Aktie schloss am Freitag bei 55,17 Euro. Damit hat sich der Wert seit dem Tief im November 2025 mehr als verdoppelt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 91 Prozent zu Buche.

Indes mahnt Citigroup zur Zurückhaltung und verweist auf das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 62. Die Analysten sehen Risiken im anhaltend hohen Zinsumfeld für kapitalintensive Solarprojekte. Hinzu kommt ein intensiver Wettbewerb: Aktuell entwickeln etwa 18 Unternehmen konkurrierende Lösungen im Bereich der Transformatoren-Technik.

Intern treibt das Management die Restrukturierung voran. Ziel ist es, die quartalsweisen Betriebskosten auf 70 bis 75 Millionen US-Dollar zu senken. Die vollständigen Auswirkungen dieses Sparprogramms sollen ab dem dritten Quartal 2026 in den Geschäftszahlen sichtbar werden.