Goldpreis LBMA: FOMC-Protokoll am 20. Mai

Starke US-Inflationsdaten und steigende Anleiherenditen setzen den Goldpreis massiv unter Druck. Der Edelmetallmarkt erwartet nun die FOMC-Protokolle.

Goldpreis LBMA Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold fällt auf 4.535 US-Dollar
  • US-Inflation übertrifft Prognosen deutlich
  • Zinssenkungsfantasien der Fed verpuffen
  • FOMC-Protokoll als nächster Impulsgeber

Vier Verlusttage in Folge, ein Wochenminus von fast sechs Prozent und ein Freitagsschluss, der technisch wichtige Unterstützungen auf die Probe stellt. Gold hat eine schlechte Woche hinter sich— und die nächste könnte noch ungemütlicher werden.

Inflation zerschlägt Zinssenkungsfantasie

Der Auslöser ist bekannt: Die US-Inflationsdaten für April übertrafen die Erwartungen deutlich. Sowohl der Verbraucherpreisindex als auch die Erzeugerpreise lagen über den Prognosen. Das Ergebnis: Marktteilnehmer haben Zinssenkungen der Federal Reserve für 2026 weitgehend aus ihren Kalkulationen gestrichen. Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentiert inzwischen nahe 4,6 Prozent— ein Niveau, das Gold als zinsloses Asset strukturell belastet.

Hinzu kommt ein stärkerer Dollar. Beides zusammen erklärt, warum der LBMA-Goldpreis am Freitag auf 4.535 US-Dollar fiel— ein Tagesverlust von 2,5 Prozent. Das Produkt, das viele Anleger über ETCs abbilden, verlor auf Wochensicht knapp sechs Prozent und notiert mit einem Kurs von 361,89 Euro rund zwölf Prozent unter seinem Jahreshoch vom April.

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Technisches Bild: Überverkauft, aber noch nicht stabil

Auf dem Vier-Stunden-Chart liegt der Goldpreis unter beiden relevanten gleitenden Durchschnitten— dem 100-Perioden-SMA bei rund 4.655 Dollar und dem 200-Perioden-SMA bei etwa 4.699 Dollar. Das signalisiert kurzfristig Gegenwind.

Der RSI fiel am Freitag auf rund 27 und damit in überverkauftes Terrain. Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck zwar anhält, das Tempo der Korrektur aber nachlassen könnte. Eine technische Gegenbewegung in Richtung 4.600 bis 4.620 Dollar gilt als möglich— vorausgesetzt, die Unterstützungszone um 4.500 Dollar hält. Bricht diese, rücken tiefere Niveaus bei 4.376 und 4.202 Dollar in den Blick.

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Drei Termine, die die Richtung vorgeben

Die kommende Woche bringt mehrere marktbewegende Ereignisse:

  • 20. Mai: FOMC-Protokoll— Märkte suchen nach Hinweisen auf den geldpolitischen Kurs
  • 21. Mai: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie PMI-Daten für Industrie und Dienstleistungen
  • 22. Mai: Inflationserwartungen der Universität Michigan

Geopolitisch bleibt das Bild zweischneidig. Der Nahost-Konflikt stützt Gold als sicheren Hafen grundsätzlich— allerdings treiben steigende Ölpreise die Inflation und damit die Erwartung höherer Zinsen. Mögliche Gespräche zwischen Donald Trump und Xi Jinping könnten je nach Ausgang für Volatilität sorgen.

Trotz der jüngsten Schwäche bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt: Auf Jahressicht liegt Spot-Gold noch immer über 41 Prozent im Plus. Das FOMC-Protokoll am Dienstag dürfte zeigen, ob die Fed den Markt weiter in die hawkishe Richtung drängt— oder ob Spielraum für eine Erholung bleibt.

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Über Dieter Jaworski 4144 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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