Der südkoreanische Leitindex gehört heute zu den schwächsten Märkten in der gesamten Asien-Pazifik-Region. Der KOSPI rutschte deutlich ab — und das ausgehend von einem Rekordhoch, was den Rücksetzer besonders ins Auge sticht.

Inflation und KI-Skepsis treffen Seoul hart

Zwei Themen belasten die Stimmung gleichzeitig. Erstens: Die Inflationssorgen kehren zurück. Steigende Anleihenrenditen signalisieren, dass der Markt höhere Preise einpreist — ein Umfeld, das Wachstumswerte unter Druck setzt. Japanische Erzeugerpreise fielen zuletzt höher aus als erwartet, und das Muster zieht sich durch die gesamte Region.

Zweitens gerät die KI-Rally ins Stocken. Gerade bei Technologie- und Halbleiterwerten — dem Herzstück des KOSPI — lösen Investoren Positionen auf. Für einen Index, der stark von der globalen Chip-Nachfrage abhängt, ist das ein empfindlicher Treffer.

Trump-Xi ohne Befreiungsmoment

Hinzu kommt die Enttäuschung über die Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping. Die Erwartungen waren hoch — die Ergebnisse blieben dahinter zurück. Beim Handel blieben einige erhoffte Einigungen aus, beim Iran-Thema zeigen sich keinerlei nennenswerte Fortschritte. Für asiatische Märkte, die auf geopolitische Entspannung angewiesen sind, wiegt das schwer.

Der breitere regionale Kontext unterstreicht die Schwäche Seouls: Der Nikkei 225 fiel um knapp zwei Prozent auf 61.409 Punkte, der Hang-Seng-Index gab ebenfalls fast zwei Prozent nach. Damit büßen die asiatischen Indizes ihre Wochengewinne weitgehend wieder ein — der KOSPI mit am stärksten.