Technische Probleme bremsen das Vorzeige-Wasserstoffprojekt von Linde im Chemiepark Leuna aus. Medienberichten zufolge verzögert sich der vollständige kommerzielle Betrieb der dortigen 24-Megawatt-Elektrolyseanlage für erneuerbaren Wasserstoff. Als Gründe für den Zeitverzug werden Ausfälle von Komponenten, Zwischenfälle an Sicherheitssystemen sowie Kabelschäden genannt.
Die Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff hat ein Investitionsvolumen von 60 Millionen Euro. Öffentliche Fördergelder steuerten rund 15 Millionen Euro zu dem Vorhaben bei. In kürzeren Betriebsphasen produzierte der Elektrolyseur bislang rund 100 Tonnen grünen Wasserstoff, wie aus Branchenberichten hervorgeht.
Der Anlagenbauer ITM Power, Lieferant des Elektrolyseurs, erklärte in seinen vorläufigen Geschäftszahlen, dass die Projektabwicklung an dem 24-Megawatt-Standort fortgesetzt werde.
Branchenauftritt und anstehende Quartalszahlen
Trotz der operativen Hürden bei einzelnen Wasserstoffinitiativen treibt der Konzern seine Positionierung im Technologiesektor voran. Ab dem morgigen Dienstag nimmt die Tochtergesellschaft Linde Engineering an der dreitägigen Branchenkonferenz Hydrogen & Carbon Capture 2026 in Hamburg teil, die bis zum 22. Oktober läuft.
An der Börse zeigt sich der Industriegasekonzern derweil stabil. Die Linde-Aktie notiert bei 448,20 Euro und liegt damit rund 6,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Für mehr Klarheit über die Geschäftsentwicklung dürfte der anstehende Finanzbericht sorgen: Das Unternehmen hat angekündigt, die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 29. Oktober vorzulegen und am selben Tag eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren abzuhalten.
Diskussion um das Portfolio
Bereits am 14. Oktober bekräftigte James Hooper vom Analysehaus Bernstein seine Einstufung für Linde mit „Outperform“ und einem Kursziel von 563 $. Der Experte thematisierte dabei unter anderem die Debatte über das Raumfahrt-Geschäftsmodell des Konzerns sowie die Zukunft der US-Heimpflege-Tochter Lincare. Aus Sicht des Analysten könnte eine Veräußerung von Lincare vorteilhafter sein als eine aufwendige Neuausrichtung dieses Unternehmensteils.
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