Nach einem starken Lauf kommt die Rechnung. Siemens Energy schloss die vergangene Woche mit einem Minus von über vier Prozent — und steht nun vor der Frage, ob ein milliardenschweres Rückkaufprogramm den Abgabedruck bremsen kann.
Neue Tranche startet im Juni
Seit dem 4. Juni läuft die zweite Tranche des Aktienrückkaufprogramms. Bis zum 30. September will Siemens Energy eigene Aktien im Wert von bis zu 1 Mrd. € zurückkaufen. Das Volumen ist zusätzlich auf maximal 57 Millionen Stückaktien begrenzt.
Die Käufe dienen zwei Zwecken: aktienbasierte Vergütungsprogramme und die Einziehung erworbener Aktien. Ein beauftragtes Institut entscheidet unabhängig über den Kaufzeitpunkt. Das Programm kann jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden.
Insgesamt plant Siemens Energy bis Ende des Geschäftsjahres 2028 Rückkäufe von bis zu 6 Mrd. €. Die aktuelle Tranche ist der zweite Schritt auf diesem Weg.
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Technisches Bild unter Druck
Der Schlusskurs von 155,70 € liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 168,46 € und unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 160,21 €. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 195,54 € vom 24. April beträgt der Abstand bereits über 20 Prozent.
Der RSI von 37,0 zeigt keine überhitzte Lage mehr. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 42 Prozent signalisiert aber weiter hohe Schwankungsbreite.
Trotzdem: Auf Jahressicht steht die Aktie noch 76,5 Prozent im Plus. Genau diese starke Vorleistung erhöht die Anfälligkeit für Gewinnmitnahmen.
Rückkaufdaten und Termine
Konkrete tägliche Kaufvolumina für Juni lagen zuletzt noch nicht vor. Nach der offiziellen Mitteilung veröffentlicht Siemens Energy die Transaktionen spätestens am siebten Handelstag nach Ausführung.
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Der Markt wird genau beobachten, zu welchen Preisen und in welchem Umfang das Unternehmen tatsächlich kauft — besonders an schwachen Handelstagen.
Unternehmensseitig stehen in dieser Woche keine Quartalszahlen an. Am 9. Juni findet eine Roadshow in München statt, am 10. und 11. Juni folgen Termine in Kopenhagen und Stockholm. Die Q3-Zahlen veröffentlicht Siemens Energy am 5. August.
Makroseitig liefert die Woche mehrere relevante Datenpunkte: Am 8. Juni erscheinen Auftragseingänge und Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe für April, am 9. Juni Außenhandels- und Produktionsdaten sowie Zahlen zur Stromerzeugung für Q1 2026. Am 12. Juni folgen die endgültigen Verbraucherpreisdaten für Mai.
Hält der Kursbereich um 155 € nicht, rückt der 200-Tage-Durchschnitt bei 135,22 € als nächste technische Orientierungsmarke in den Blick.
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